Lärm ist neben dem Naturschutz eines der Hauptstreitthemen beim Ausbau des Frankfurter Flughafens. Aber nicht nur Flugzeuge, sondern auch Autos und Züge machen Krach und müssten bei Lärmuntersuchungen berücksichtigt werden, meinen die Flughafenbetreiber. Den Ausbau sehen sie als Paradebeispiel für Nachhaltigkeit. Der Lärm von Straße und Schiene muss nach Ansicht des Flughafenbetreibers Fraport ebenso berücksichtigt werden wie Fluglärm. „Es bringt nichts, nur eine Studie zum Flugverkehr zu machen“, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte am Freitag in Frankfurt. Die Lärmkartierung für Hessen zeige, dass der Straßenlärm das Hauptproblem sei und nicht der Fluglärm.
Schulte forderte eine umfassende Lärmwirkungsuntersuchung, die auch andere Ballungsräume zum Vergleich heranziehen müsse. Eine solche Studie solle die Bundesregierung begleiten. „Ich würde mir eine Führungsrolle eines Bundesministeriums wünschen“, etwa des Gesundheits- oder Verkehrsministeriums, sagte Schulte. Auch Fraport wolle sich beteiligen. Ziel müsse sein, eine Antwort auf die Frage zu finden, welches Niveau an Lärm akzeptabel sei. Viel zu wenig werde etwa bisher die subjektive Belästigung im Gegensatz zur objektiv messbaren Belastung berücksichtigt, sagte Schulte bei der Vorlage des Fraport-Nachhaltigkeitsberichts 2009.
Den rund vier Milliarden Euro teuren Ausbau des Flughafens sieht Schulte als ein Paradebeispiel für Nachhaltigkeit. Zwar werde in die Natur eingegriffen, aber mit Bedacht: Das Projekt sichere den Standort, Arbeitsplätze und den Wohlstand der Region. „Wir setzen auf einen Ausgleich wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Interessen“, sagte der Fraport-Chef. Der Ausbau werde klimaneutral sein – nachher werde vom Flughafen nicht mehr klimaschädliches Kohlendioxid in die Umwelt ausgestoßen als vorher. Um das zu erreichen, werde überall effizienterer Energieverbrauch angestrebt. Das neue Terminal werde ein „Öko-Terminal“, die Feuerwache an der neuen Landebahn sei als Passivhaus geplant, das im Vergleich zu konventionellen Feuerwehrgebäuden 90 Prozent weniger Energie verbrauche.
200 Hektar Wald gerodet
Als Ausgleich für den riesigen Eingriff in die Ökologie am Flughafen gibt Fraport rund 100 Millionen Euro aus. Gut 200 Hektar Wald mussten der neuen Landebahn weichen – vor der Rodung wurden Tiere und Pflanzen eingesammelt und umgesiedelt, darunter fast 12.000 Frösche und Kröten, 800 Eidechsen, 17 Ameisenvölker, Heidenelken und Tausendgüldenkraut. 300 Eichenwurzeln, bevorzugter Lebensraum für die seltenen Hirschkäfer, wurden inklusive des umgebenden Erdreichs mit Käferlarven ausgegraben und an andere Stellen versetzt. Dort können die Larven sich ungestört weiterentwickeln.
Rund 2.000 dicke Eichenstämme, die der Säge zum Opfer fielen, wurden als künstliches Totholz im nahe gelegenen Wald drei Meter tief in die Erde gerammt. Die Stämme haben den Winterstürmen getrotzt und stehen kerzengrade. „Die stehen fester als alle anderen hier im Wald“, sagte Fraport-Biologe Jürgen Ebert. Rund um den Flughafen bleiben rund 1.000 Hektar Wald stehen, der nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt wird. Bis sich dort natürliches Totholz bildet, sollen die Stämme eine Übergangshilfe für Insekten, Spechte und Fledermäuse sein.


???
Was will uns dieser Artikel sagen?
Wieder einmal stellt sich mir die Frage ob diese Zeitung neutral berichtet! Ich denke Sie leistet der Flughafen Lobby immer Hilfe und bietet ihr eine Platform. Ansonsten ist den meisten 'Vorrednern'nichts hinzuzufügen.
Außer zu dem 'Fachmann/Flughafen Mitarbeiter', der die Landebahnproblematik ausschweifend errötert - noch einmal für ihn - es geht um den Terror einer Privatfirma, um Anflugrouten und um Anflugverfahren - ich glaube so schwer ist das nicht zu verstehen. Wenn die Flugzeuge so flächendeckend, teilweise bis 80 km vom Flughafen entfernt, einen Lärmteppich über Rheinhessen verbreiten und zu ihrer Rechtfertigung die Politik und Ministerien ins Spiel bringen sagt dies alles über unser Land aus.
Armes Deutschland