Von Lisa Senftleben
110 Schüler der 6. Jahrgangsstufe der Hermann-Ehlers-Schule haben sich am Dienstag an der bundesweiten Aktion "Tag für Afrika" engagiert. Sie putzten Autos von Lehrern und Eltern, verkauften Muffins und Fruchtsaftcocktails im Schulhof und beteiligten sich am Solidaritätsmarsch für Afrika.
Lob für Engagement
Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, besuchte die Schule in Wiesbaden und sprach dort stellvertretend allen beteiligten Schülern ein großes Lob aus: "Ich finde es wunderbar, dass sich Kinder und Jugendliche an einem Tag im Schuljahr freiwillig engagieren und für andere einsetzen." Dabei stehe das Thema Bildung im Vordergrund. Denn Bildung sei der Schlüssel zur Armutsbekämpfung.
Um 8 Uhr startete die Aktion "Auto waschen". Die Schüler putzten Fenster, von innen und von außen, saugten die Fußmatten und rieben das Armaturenbrett ab - das alles für fünf Euro. "Wir haben für ein Auto rund zehn Minuten gebraucht und heute insgesamt 15 Autos geschafft. So können wir einen Teil dazu beitragen, dass auch Kinder in Afrika Schulen besuchen können", sagt René Hofmann, Schüler der 6. Klasse.
Die Kinder konnten selbst entscheiden, an welchen Aktionen sie teilnehmen wollen. So gab es im Pausenhof zum Beispiel selbst gebackene Muffins und Pizzabrötchen zu kaufen. "Wir haben alles heute morgen hier in der Schule gebacken, damit es auch schön frisch ist. Wir wollen, dass es den Kindern in Afrika besser geht und sie genau wie wir auch eine Schule besuchen können", erklärt Alisa Kompauer (12), die in der ersten und zweiten Pause Muffins verkauft. "Die Hermann-Ehlers-Schule legt großen Wert auf die soziale Komponente", so Schulleiterin Annegret Lilge.
"Eine tolle Initiative"
"Aktion Tagwerk ist eine tolle Initiative. Durch die reichlichen Spenden, wird es möglich gemacht, Kinder in armen Teilen Afrikas zu unterstützen", meint Bundesministerin Wieczorek-Zeul. Die Kampagne steht unter dem Motto "Schüler arbeiten und sind aktiv für Gleichaltrige in Afrika". Der Erlös geht an Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche des Aktion Tagwerk-Projektpartners "Human Help Network" in den fünf Ländern Ruanda, Südafrika, Sudan, Angola und Burundi. Die "Tagwerker" suchen sich für den Aktionstag einen bezahlten Job in einem Unternehmen, leisten Hilfedienste im Freundes- oder Familienkreis, beteiligen sich im Klassenverband zum Beispiel mit einem Solidaritätsmarsch "Go for Africa" oder veranstalten Schulaktionen - all dies gegen eine Spende. Den Ideen seien keine Grenzen gesetzt, sagt Nora Weisbrod, geschäftsführende Vorsitzende vom Verein Aktion Tagwerk.
Zum Abschluss des Tages für Afrika "enthüllten" Nora Weisbrod und Heidemarie Wieczorek-Zeul die Zahlen für 2009: Bundesweit engagierten sich insgesamt 200000 Schüler und kamen mit ihren Aktionen auf eine Spendensumme von 1,3 Millionen Euro.

