Von Falk Sinß
FÖRDERPREIS Auszeichnung "Ab in die Mitte" für den Wiesbadener Friseursalon "Schonschräg" von Christian Bürger
Manchmal muss man einfach mal machen, um etwas zu bewegen. Christian Bürger ist so einer, der gerne etwas bewegt. Ursprünglich wollte der heute 31 Jahre alte Inhaber des Friseursalons "Schönschräg" an der August-Zinn-Straße an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach studieren. Daraus wurde nichts. Er bekam keinen Studienplatz. Schließlich gab der Besuch einer Friseurmesse in Frankfurt den entscheidenden Ausschlag. Die Leidenschaft für den Friseurberuf war entfacht. Seit rund elf Jahren übt der Friseurmeister seinen Beruf jetzt schon aus. Jüngst gewann Bürger sogar einen Preis des hessischen Wirtschaftsministeriums. Für das von Saskia Wendel ausgearbeitete Konzept "7 x Schönschräg", mit dem der fünfte Geburtstag des Ladens gefeiert wurde, bekam Bürger den hessischen Förderpreis "Ab in die Mitte" verliehen. Der Preis würdigt Projekte, die die Innenstädte beleben helfen. Während der ersten Maiwoche verwandelte sich der Friseursalon in einen Markt mit lokalen Designern, in ein Literaturcafé oder eine Disco - an jedem Abend fand eine andere Veranstaltung statt. Das lockte mehrere Hundert Menschen in den Laden. Positiver Nebeneffekt der Kulturwoche: Auf diesem Weg habe "Schönschräg" viele Neukunden gewonnen.
Sechs Angestellte
Ein Erfolg, der dennoch nicht die Anfangsschwierigkeiten vergessen lässt. Am Vorabend der Eröffnung von "Schönschräg", besuchte ihn damals ein Wiesbadener Geschäftsmann im Laden. Der habe ihm prophezeit, dass sich ein Friseursalon mit dem Konzept zugleich Mode, Schmuck und anderes Design zu verkaufen, nicht lange halten werde. Mehr als fünf Jahre ist das her. Heute lacht Bürger über diese Begebenheit. "Ich habe mir gesagt: "Jetzt erst recht." Mit Erfolg: Aus dem einstigen Einzelkämpfer Bürger ist ein Ladeninhaber mit sechs Angestellten geworden.
Die Zweifel des Geschäftsmanns mögen nicht gerade aufmunternd gewesen sein, aber aus damaliger Sicht verständlich. Einen Friseursalon, in dem es neben einem Haarschnitt auch Designerkleidung und Modeaccessoires gibt, ist auch heute für Wiesbaden ziemlich einzigartig. Und sicher ein Grund, warum seine Kunden immer wieder in den Laden kommen. Ein anderer Grund dürften die Öffnungszeiten sein, die auch in den Abendstunden einen Friseurbesuch ermöglichen. Am meisten würden die Kunden aber auf die gute Behandlung ansprechen, sagt Bürger. "In Zeiten, in denen es leider immer weniger um die Persönlichkeit geht, sehnen sich die Menschen nach jemandem, der sich um sie kümmert."
Hipper Haarschnitt
Bei "Schönschräg" müssen sich die Kunden übrigens nicht einen hippen Haarschnitt verpassen lassen. Das sei ein Vorurteil, sagt Bürger. "Wir sind kein Trendladen! Bei uns steht der Kunde mit seinen Wünschen im Vordergrund. Jeder Wunsch wird professionell und qualitativ hochwertig erfüllt." Vom einfachen Spitzen schneiden bis zum Irokesenschnitt - bei "Schönschräg" sei alles möglich.

