Von Jutta Schwiddessen
Mögen andere Glamour-Galas streichen: Der "Prix der Beauté" im Kurhaus geht auch in Krisenzeiten weiter
WIESBADEN. Im Rahmen einer festlichen Branchen-Gala des Magazins Cosmopolitan nahmen 16 stolze Preisträger Montagabend im Kurhaus den "Prix de Beauté" für herausragende Neuheiten aus der Kosmetikindustrie entgegen. 110 Unternehmen bewarben sich mit über 700 Produkten.
Während ähnliche Events bei anderen Verlagen dem Rotstift zum Opfer fallen ("Hör zu" hat gerade erst die Gala für die Goldene Kamera-Verleihung gestrichen) zieht Verleger Jürg Marquard, Chef des gleichnamigen internationalen Schweizer Medienkonzerns MVG, zu dem auch Cosmopolitan gehört, den glamourösen "Prix der Beauté" ohne Abstriche weiter durch. Zur Freude des Wiesbadener Kurhauses, das seit 17 Jahren den glanzvollen Rahmen bietet, und der 350 Gäste: VIPs der Beauty-Industrie, alles, was in der Branche für Umsatz, Absatz und Werbebudgets verantwortlich zeichnet, tummelte sich auf dem beliebten Event. Und hoffte, dass sich auch Kosmetik-Konsumenten die Krisen-Devise des mit Ehefrau Raquel angereisten Schweizer Medien-Moguls Marquard zu eigen machen: "Wir müssen investieren, sonst können wir gleich den Stecker rausziehen."
Schönheit will zelebriert sein, das weiß niemand besser als die Münchner MVG-Geschäftsführerin Waltraud von Mengden, die "den Prix" mit Leidenschaft und Perfektion inszeniert - kulinarisch unterstützt vom "Gastronom des Jahres 2009" Gerd Käfer, der mit Lebensgefährtin Uschi Ackermann, Douglas-PR-Frau, Münchner Szene-Lady und überzeugte Streiterin für die Rechte des Mopses, ebenfalls mitfeierte. Ohne Küsschen und Blitzlichtgewitter geht aber erst mal nichts beim "Prix": Waltraud von Mengden und Cosmopolitan-Chefredakteurin Petra Winter (seit November frisch vermählt mit premiere-star-Geschäftsführer Wolfram Winter) begrüßten die über den roten Teppich zum Defilee geschleusten Gäste in sündhaftteuren schwarzen Abendroben von Chanel und Escada, bevor man sich bei Champagner, Cocktails, Fingerfood und Small Talk für die zweistündige Preisverleihung stärkte, die wie immer in Oscar-Manier mit kleinen witzigen Laudationes auf die Produkte ablief. Diesmal aber mit neuem Moderator: Alexander Mazza (seit Januar "Mister perfect" bei SAT. 1). Schönheit aus Töpfen und Tiegeln ist ja zur Freude der Branche längst auch Männersache. . .
"Natürlich", räumt Waltraud von Mengden ein, kann der "Prix", den eine Fachjury aus Dermatologen, Fachjournalisten und Handelsexperten für für Innovationen der Kosmetikindustrie vergibt, "nur eine Momentaufnahme" sein, die aber von "unseren kosmetikaffinen Usern und Lesern sehr geschätzt wird". Und natürlich von der Industrie, deren Absatzzahlen von solchen Preisen erheblich profitieren. Was wiederum deren Werbefreude im Magazin beflügelt.
113 Zentimeter Bein
Wenn Cosmopolitan den "Prix de Beauté" überreicht, darf seit drei Jahren "Germany´s next Topmodel" nicht fehlen. Schließlich pflegt das Lifestyle-Magazin eine Medienpartnerschaft mit der Heidi-Klum-Show auf Pro7, und die Siegerinnen zieren stets das Cosmo-Cover. Zuletzt Jennifer Hof, "Germany´s next Top Model 2008" aus dem hessischen Rodgau. Schon beim "Prix de Beauté vor einem Jahr war die 16-jährige Schülerin mit den 113 Zentimeter langen Beinen dabei. Damals noch im Konkurrenz-Stress der laufenden Show. "Heute ist der Druck weg, und das Leben hat sich komplett verändert", beschreibt die blonde Jenny zwischen zwei Fingerfood-Häppchen, wie unglaublich es ist, wenn man über Nacht von der Schulbank auf den Laufsteg wechselt. Vorgängerin Barbara Meier mit der roten Mähne, die mit Jenny gerade auf der Berliner Fashion week lief, kennt das Gefühl. Für sie und Jenny ist das Modeln ein Traum, für den Studium und Schule ruhig warten können.


