Der „Party-Bücher“ ist jetzt 70
08.02.2012 - MEDENBACH
Von Barbara Yurtöven
Medenbacher feiert seinen Geburtstag wie gewohnt: groß und bunt / Straßenfest ist fest mit seinem Namen verbunden
Eigentlich hat er ja alle Hände voll zu tun, der Erwin Bücher, einen Tag vor dem großen Fest zu seinem 70. Geburtstag, dann aber lässt er sich von VorOrt seinen Plan doch durcheinanderwirbeln und spendiert uns ein Stündchen seiner Zeit. Nicht er selbst hat uns verraten, dass er „nullt“, sondern ein Freund, der der Meinung war, dass der Geburtstag des Medenbachers einen Bericht Wert wäre.
Wie viele Gäste er genau erwartet, das wusste Erwin Bücher am Tag vor dem großen Ereignis nicht zu sagen. „100 werden es bestimmt, aber es können auch leicht 200 oder 300 werden“, lachte der Medenbacher auf unsere Frage. Die Zahl seiner Freunde und Bekannten ist nämlich riesengroß. Und gefeiert hat er immer schon gerne. Das hat dem gebürtigen Medenbacher vor Jahren auch schon den Spitznamen „Party-Bücher“ eingebracht.
Für die Amerikaner
Angefangen hat es mit Partys für die Amerikaner von der damaligen Erbenheimer Airbase. Dort arbeitete der gelernte Landwirt als Feuerwehrmann und hatte schnell gemerkt: „Deren Partys waren nicht so doll.“ Bei Erich Bücher in Medenbach war nicht nur Platz, da wurden auch die Partys schöner, und so wurde das zur Tradition. Die Amerikaner brachten Bier und Whisky mit, Bücher sorgte für die Bratwurst.
Für die Freiwillige Feuerwehr in Medenbach, deren Wehrführer er 19 Jahre lang war, hat er ebenfalls Feste organisiert, und irgendwann machte dann der Name „Party-Bücher“ die Runde.
Aber auch das Alt-Medenbacher Straßenfest ist unabänderlich mit seinem Namen verbunden. Bereits 29. Mal wurde gefeiert, und die Veranstaltung ist immer wieder ein Magnet. Allerdings denkt er laut über Veränderungen nach. „Dieses Jahr versuche ich mal etwas Anderes“, erzählt er und plant schon für das erste Hoffest. Ein bisschen kleiner, ein bisschen anders, aber von und mit Erwin Bücher.
Pläne hat er immer. Auch vor seinem Geburtstag musste er schnell noch einige Umbauten vornehmen. Der hauseigene Partybereich sollte verschönert werden, und so wurde dieser quasi einer Generalsanierung unterzogen. Nicht nur neue Tapeten, auch eine nagelneue Theke hat er eben mal schnell eingebaut. Angeschlossen ist sie schon vor dem Fest, und heraus fließt goldgelber Apfelwein. Den macht er selber und das mit großem Geschick. Viele Auszeichnungen hat er schon bekommen. Die Herstellung von Apfelwein hat im Hause Bücher schon Jahrzehnte Tradition. „Allerdings haben die Eltern und Großeltern den noch ganz einfach hergestellt, ohne Überprüfung der Säure oder andere Eingriffe.“
Bücher macht sich da schon mehr Mühe und freut sich über das süffige Ergebnis. „Angefangen hat das mit dem Peter Rautenberg vor rund 30 Jahren“, erinnert er sich. „Der ist mittlerweile fast schon ein Professor für den Äppler geworden“, schmunzelt er. Doch zu Beginn, daran erinnert er sich noch ganz genau, war das Ergebnis überhaupt nicht so, wie erwartet. „Wir hatten drei Zentner Äpfel zu einer Lohnmosterei gebracht und darauf geachtet, dass wir Äpfel in verschiedenen Sorten dabei hatten. Der Most, den wir bekamen, war von ganz anderen Äpfeln, und ergab keinen guten Geschmack.“

