Tanzend auf dem Schiff zurück
09.08.2010 - KASTEL
Von Marie Roth
SKATER-TOUR Auf Inliner-Rollen diesmal bis nach Rüdesheim/ Rund 500 Teilnehmer unterwegs
Über 500 Inline-Skater brachen am Samstag an der Reduit zu einer Tour durch den Rheingau nach Rüdesheim auf. Ein kleines Stofftier mit einer Deutschlandfahne klebte auf dem Helm eines Läufers. Sportliche Menschen mit weißen, schwarzen, roten, bunten Helmen, Ellbogen- und Knieschützern tummelten sich an dem Platz an der Reduit. Burkard Wiche von der Vereinigung Wednesday Night Skating gab letzte Anweisungen: „Überholt nicht auf der Gegenfahrbahn, achtet auf die Gefahr der Bitumenstreifen bei der Hitze.“
Kurz nach 16 Uhr setzte sich bei strahlendem Sonnenschein in Kastel ein Tross von 100 Skatern in Bewegung, eskortiert von Ordnern, Polizei und Krankenwagen, Organisation und einem Bus für Leute, die nicht mehr können.
In Biebrich sowie in Erbach schlossen sich weitere Inline-Läufer an. „200 Teilnehmer hatten sich angemeldet“, sagte Organisator Alexander Taitl. Die Tour führte nach Rüdesheim. Dort feierten rund 400 bei der Rückfahrt nach Mainz und Wiesbaden auf einem Partyschiff. „Die Tanzfläche war proppenvoll“, sagte Taitl.
„Es war lustig wie immer“, sagte Teilnehmer Karl-Heinz Thocz (48), der seit über zehn Jahre skatet und die Tour schon oft gefahren ist. „Es ist schön, festzustellen, dass die Skater-Zahlen sich stabilisieren.“ Es gebe wenig Werbung, die Ereignisse lebten von Mund-zu-Mund-Propaganda oder durch das Internet. Er wünsche sich, „dass die Städte die Skater mehr unterstützen“.
Das Schönste am Sport sei der Spaß, den man mit geringem Aufwand haben könne. „Für 100 Euro bekommt man vernünftige Inliner.“ Es sei ein Sport an der frischen Luft. „Man fährt, schwebt, rollt durch die Natur - das macht einen besonderen Reiz aus - und man nimmt die Umgebung anders wahr als im Auto.“ Das Schöne an der Rüdesheim-Tour sei die Rückfahrt auf dem Partyschiff. Auf engem Raum rücke man zusammen, feiere und komme über ein gemeinsames Hobby mit anderen Leuten ins Gespräch. Neulinge würden gerne aufgenommen. Die Skater seien ein netter Trupp, fand die Inliner-Fahrerin Janin Röpke
„Die Tour ist hervorragend und reibungslos gelaufen“, resümierte Organisator Alexander Taitl erleichtert. Als „Erlebnisskater“ habe er die Idee gehabt, die Tour mit einerRheinpartie auf dem Schiff abzurunden, um Spaß und Kommunikation mit dem Skaten zu verbinden. Sein Lob ging an die Ordner, darunter Chefordner Ralf Emmel und Schlussordner Stefan Müller und das Team um Ulrich Kastl, Leiter des regionalen Verkehrsdienstes der Polizei und die Einsatzkräfte vor Ort.
Parallel lief eine Radtour des Wiesbadener Schulsportvereins mit dem gleichen Ziel Rüdesheim. „Das sei eine gute Kombination für die ganze Familie gewesen. Die Verbindung von Ereignis und Sport habe wohl den Nerv vieler getroffen. Von zwölf bis 65 Jahren seien alle Altersgruppen mit von der Partie gewesen. Die Organisatoren hatten versucht, mit elf Euro den Preis niedrig zu halten, damit sich auch Familien eine Beteiligung leisten konnten. Mit einem finanziell ausgeglichenen Ergebnis sei das auch gut gelungen. Weder Gewinn noch Verlust hätten die Veranstalter gemacht.
Wichtig sei das Herstellen von Sicherheit für die Inline-Skater. Die Strecke sei öfter vorher abgefahren worden, ein Schutzhelm war Vorschrift. Mittlerweile hätten sich die Skater daran gewöhnt und setzten sich mit ihren Helme kreativ in Szene.
In den vergangenen Jahren hat sich technisch viel getan, sagte der Inlinesportler Friedel Henzler von WNS. Er ist dafür, dass mehr Spaß und weniger Leistungsorientierung im Vordergrund steht.
Das nächste große Skater-Ereignis in der Region steht nun am Samstag, 28. August, an: Die Tour „Rhine-on-Skates“ beginnt um 9 Uhr in Rüdesheim. Mit 135 Kilometern gilt sie als eine der größten und längsten internationalen Tagestouren Europas.

