Noch kein Investor für das Kostheimer Linde-Areal in Sicht
10.02.2012 - KOSTHEIM/KASTEL
Von Wolfgang Wenzel
Bedauert hat das Stadtplanungsamt, dass sich Bauträgerfirmen für eine Entwicklung des Linde-Areals am Floßhafen rarmachen. „Wir können nur werben und hoffen“, heißt es in einem Papier, in dem eine Zwischenbilanz zu dem seit sieben Jahren laufenden Stadtumbau-Programm gezogen wird.
Für das größte Einzelprojekt des Programms habe sich bisher kein Investor gefunden. Viele Nachfragen zum Baubeginn oder über Kaufmöglichkeiten künftiger Wohnungen belegten jedoch die Qualität des künftigen Viertels am Floßhafen. Mit dem Linde-Konzern als Grundstückseigentümer stehe die Stadt daher in engem Kontakt. Das Programm sei von Erfolg getragen. Manche Vorbehalte rührten daher, dass einzelne Projekte durch die „parteipolitische Brille“ betrachtet würden. Auch die Tatsache, dass die Impulse und Ideen aus Wiesbaden nach Kastel und Kostheim kämen, spielten eine Rolle, heißt es in dem Papier.
Fakt aber sei, dass für beide Stadtteile viel erreicht worden sei. Das Schlüsselwort laute Bürgerbeteiligung. Wie kaum in einem anderen Stadtteil sei das Thema Stadtteilentwicklung an die Menschen herangebracht worden. Das belegten Aktivitäten in der Mainzer Straße, zwei Schulhofprojekte in Kostheim sowie eine Fülle von Veranstaltungen mit Ortsbeiräten, Förderkreisen, Vereinen, Ladeninhabern und Bürgern. Die Verbundenheit der Menschen mit den beiden Stadtteilen sei gewachsen.
Was die Zukunft bringe, wisse das Stadtplanungsamt als Projektleiter nicht. Niemand könne voraussagen, wie das Programm von Land, Bund und Stadt finanziell unterlegt werde, nachdem schon Millionen geflossen seien. „Mit vielen guten Ideen für die nächsten Projekte freuen wir uns auf die kommenden Jahre“, heißt es im Zwischenbericht der Stadtplaner Peter Kaufmann und Marcus Vaupel.
Bei einer Bürgerwerkstatt zum Auftakt des Umbauprogramms seien Anfang 2006 eine Reihe von wichtigen Projekten definiert worden. Dazu zählten eine Main- und Rheinpromenade, die Gestaltung der Stadteingänge von Kastel und Kostheim an der Theodor-Heuss- sowie an der Mainbrücke, Floßhafen und Linde-Quartier, die Betonung der Nähe der Stadtteile zu Rhein und Main sowie Neubauprojekte in der früheren Zündholzfabrik und auf dem Terrain von Stahlbau Hammer. Aufgabe des Stadtumbau-Programmes sei es, Impulse für eine weitere Entwicklung zu setzen. Für das Gelingen sei entscheidend, dass Politik und Bürger die Chance nutzten und daran weiterarbeiteten.

