Die lange Historie der Familie Sinz
06.06.2011 - FRAUENSTEIN
Von Falk Sinß
TREFFEN Stammbaum reicht bis anno 1164 zurück
Die Form der Familie mag sich in den vergangenen Jahrhunderten gewandelt haben - von der Mehrgenerationenfamilie über die bürgerliche Kleinfamilie bis zur modernen Patchworkfamilie - immer jedoch verstand man darunter eine Lebensgemeinschaft, die durch einen engen Zusammenhalt geprägt ist. Um diesen zu pflegen, ist es wichtig, sich regelmäßig zu treffen und auszutauschen. Gemeinsame Treffen und Feiern gehören in vielen Familien zur guten Tradition.
Familienzeitschrift
Dass das Treffen der Familie Sinz, das am vergangenen Wochenende in Frauenstein stattfand, ein Treffen der etwas anderen Art ist, hat mehrere Gründe: Die Sinz unterhalten in Stuttgart ein eigenes Sekretariat, haben einen gewählten Präsidenten und geben vier Mal im Jahr eine eigene Familienzeitschrift heraus. Und damit nicht genug, haben die Sinz seit 75 Jahren einen Familienverband. Den gründeten sie 1936 in Frauenstein. Dieses Jubiläum feierten die Familienmitglieder, die aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angereist waren, von Donnerstag bis Sonntag. Neben Ausflügen in die Region stand vor allem das gesellige Zusammensein im Mittelpunkt.
Seit 1964 finden die Familientreffen jedes Jahr an wechselnden Orten in Deutschland, Österreich oder der Schweiz statt. Am ersten Treffen 1936 nahmen rund 350 Sinz, deren Name zum Teil auch Sinß oder Sins geschrieben wird, teil. Ein dreiviertel Jahrhundert später waren immerhin rund 80 der etwa 175 im Familienverband organisierten Mitglieder angereist.
Höhepunkt des gemeinsamen Wochenendes war der Festabend, der - natürlich - im Weinhaus Sinz stattfand. Organisator Christoph Sinz (47) zeigte sich zufrieden: „Bisher ist alles super gelaufen. Das Wetter hat auch mitgespielt, was will man mehr?“ Rudolf Sinz, Präsident des Familienverbands, schlug auch nachdenkliche Töne an: „Gerade in der modernen Zeit, die so viel Abwechslung bietet, scheinen sich viele jüngere Familienmitglieder nicht so sehr für den Verband und die Treffen zu interessieren.“ Die Anwesenden ließen sich davon ihre gute Laune nicht trüben. Während Alleinunterhalter Friedel Anschau für eine gefüllte Tanzfläche sorgte, konnten sich die Geschichtsinteressierten in einem Nebenraum über die lange Historie der Familie Sinz informieren.
Der Stammbaum der Familie lässt sich fast lückenlos bis ins Jahr 1164 zurückverfolgen. Ausgerollt haben die Stammtafeln eine Länge von rund 70 Metern, auf denen sich nachvollziehen lässt, wie sich die Familie von Basel aus in der ganzen Welt verteilen konnte. Damals, im Jahr 1164, standen die Sinz als Rüstungs- und Waffenschmiede im Dienste des Bischofs von Basel, der der Familie auch ihr Wappen verlieh. Von dort aus zog es die einzelnen Familienmitglieder später nach Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien, Italien, sowie Nord- und Süd-Amerika und Australien.

