„Die Kritik war absolut berechtigt“
08.02.2012 - DELKENHEIM
Von Michaela Luster
Komplizierte Haltestellensituation in Heßloch ist zur Chefsache geworden / An mehreren Orten neue Fahrgasthäuschen aufgestellt
Beim Besuch des VorOrt-Teams in Heßloch im Oktober hatte Marzena Andreas ihrem Ärger Luft gemacht. Sie wohnt mit ihrer Familie in einem rund 300 Jahre alten Haus in der Vogelsangstraße. Völlig genervt war sie davon, dass viele Busfahrer unerlaubterweise direkt vor ihrer Haustür und Garageneinfahrt hielten. Sie hatten eigentlich Anweisung, nach links in die Hirschgartenstraße abzubiegen und die Fahrgäste an der Feuerwehr rauszulassen, falls sie anschließend ins Depot fahren oder aber nach rechts in die Michaelisstraße abzubiegen und dort zu halten, falls die Fahrt anschließend normal fortgesetzt wird.
Schon verbessert
„Die Kritik von Frau Andreas war absolut berechtigt“, sagte Jörg Gerhard von Eswe Verkehr, der im Oktober angekündigt hatte, sich persönlich um das Problem zu kümmern. Der Außendienst von Eswe Verkehr sei in der Folge häufiger an dieser Stelle präsent gewesen. Außerdem sei die Haltesituation in Heßloch Thema in der Fahrschulausbildung und in den Fahrerschulungen gewesen. Gerhard hat im Herbst Kontakt mit Marzena Andreas gehabt und sie habe bestätigt, dass sich die Situation verbessert habe. Hundertprozentig klappe es aber noch nicht. Jetzt wolle er im Frühling noch einmal nachfragen.
Neue Fahrgasthäuschen
Gelöst ist auch das Problem des fehlenden Bushäuschens für die Fahrgäste, die von Bierstadt nach Heßloch unterwegs sind. Im März werden an der Haltestelle Rostocker Straße in beiden Richtungen Fahrgasthäuschen aufgestellt.
Die Kritik, dass die Busse auf der Landstraße zwischen Kloppenheim und Heßloch schneller als erlaubt - also Tempo 70 - unterwegs seien, halten Burghardt und Gerhard eher für einen „subjektiven Eindruck“: Ein Bus schaffe nämlich maximal 80 Kilometer pro Stunde.
Für die östlichen Vororte, die an die Buslinien 21, 23 und 24 angeschlossen sind, hat es mit dem Fahrplanwechsel im Dezember eine Verbesserung gegeben: Sonntagabends fahren die Busse nun statt im Stunden- im Halbstundentakt. „Wir gehen davon aus, dass das gut angenommen wird“, so Jörg Gerhard von Eswe Verkehr. Als vor Jahren bereits nachmittags der Takt verdichtet wurde, habe das zu viel mehr Fahrgästen geführt. „Eine sehr erfreuliche Entwicklung“, findet der Kaufmännische Geschäftsführer Stefan Burghardt, der selbst in Breckenheim wohnt.
Unter anderem in Kloppenheim hatte sich ein Bürger darüber beklagt, dass die Taktung der Linien 24 und 37 nicht zusammenpasse. In Bierstadt fahre ihm öfter der Bus vor der Nase weg. „Wir haben in unseren Fahrerschulungen das Thema noch einmal aufgebracht, dass die Fahrer aufeinander warten sollen“, berichtete Gerhard. Sichtanschluss nenne man das.
Ein Ringverkehr zwischen den östlichen Stadtteilen wurde auch bei mehreren VorOrt-Terminen angesprochen. „Dieses Thema steht auch bei uns immer wieder auf der Agenda“, bestätigte Burghardt. Gemeinsam mit der Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft wird das nun teilweise realisiert, in dem eine Verbindung von Breckenheim nach Wallau, von der Buslinie 43 zur 262, hergestellt wird. „Wir sind sehr gespannt, wie das angenommen wird“, sagte Burghardt. „Wir zeigen den guten Willen und machen Versuche mit den Nachbarverkehrsgesellschaften“, ergänzte Gerhard.

