Von Wolfgang Wenzel
Eine Wendung scheint der Fall der getöteten 52-jährigen Frau zu nehmen, die am Montag in ihrer Wohnung in der Melanchthonstraße ein Küchenmesser ins Herz gerammt bekam. Möglicherweise hatte es der Täter auf Hochzeitsgeschenke abgesehen. In ihrer Donnertagsausgabe stellte die Zeitung "Sabah" Mutmaßungen über einen Raubmord an. „Ist Seyhan B. wegen Gold ermordet worden“, überschrieb die Zeitung einen Beitrag ihres Wiesbadener Korrespondenten.
Im Hintergrund steht die Vermutung, dass es der Täter auf kostbare Geschmeide abgesehen haben könnte, die die Getötete für die bevorstehende Heirat ihres Sohnes als Geschenk für die Braut aufbewahrt haben soll. Im Polizeipräsidium konnte dieser Verdacht „noch nicht zu 100 Prozent “ bestätigt werden. Nach wie vor sei unklar, ob Gold im Spiel gewesen und aus der Wohnung der Getöteten abhandengekommen sein könnte, sagte Pressesprecher Oliver Welpot.
Die Kriminalpolizei setze alle Hebel in Bewegung und hoffe, durch die Befragung von Nachbarn, Verwandten und Bekannten auf die Spur des Täters zu kommen. Dabei spielten neben der Migrationsbeauftragten des Präsidiums auch sprach- und mentalitätskundige Beamte sowie Dolmetscher tragende Rollen, um mit der türkischen Community in Kontakt zu bleiben. Die Befragungen, die gleich nach der Entdeckung des Verbrechens durch den 54-jährigen Ehemann begannen, dauerten an. Die Angaben würden miteinander verglichen, um Ansatzpunkten zu suchen, an denen die Polizei nachhaken könne, um den Täter zu ermitteln.
Überführung des Leichnams in die Türkei
Die Familienangehörigen überführten die Getötete nach der Freigabe des Leichnams durch die Staatsanwaltschaft mit dem Flugzeug zur Bestattung in die Türkei. Nach den Recherchen der Zeitung Sabah, deren Deutschland-Redaktion in Mörfelden-Walldorf sitzt, hatte sich die Migrantengemeinschaft zuvor von der Getöteten mit einer Zeremonie im Alevitischen Gemeindezentrum in Frankfurt-Höchst verabschiedet. Die Frau stammte aus der Stadt Corun in der Nähe der Metropole Ankara in Anatolien und hatte sich nach der Emigration in Amöneburg offenbar gut eingelebt und die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Zahlreiche Nachbarn in der Melanchthonstraße seien türkischer Herkunft. Sie fühlten sich nach dem Kapitalverbrechen, das vor ihrer Haustür geschah, höchst unbehaglich in ihrer Haut. Solange sie nicht wüssten, wer das Verbrechen begangen habe, lebten sie in Angst. Die türkische Community habe ein großes Interesse, dass der Fall rasch aufgeklärt werde, sagte der Korrespondent der Zeitung.
Die Familie der Getöteten sei in der Community fest verankert gewesen. Viele Verwandte und Bekannte, die sich nach der Trauerfeier in Höchst im Reihenhaus der verheirateten Tochter der Getöteten in Kostheim trafen, vermuteten, dass das Motiv des Täters der Gedanke an einen Raub sei. Für Oktober sei die Hochzeit des Sohnes geplant gewesen, der mit den Eltern zusammen in der Wohnung in Amöneburg lebte.
Hochzeiten in türkischen Kreisen seien große Ereignisse, bei denen nicht im engen Familienkreis, sondern mit 300 bis 600 Gästen mit Essen, Musik und Tanz gefeiert werde. Üblich sei es unter Verwandten, die Brautleute reich mit hohen Geldbeträgen zu beschenken und besonders die Braut mit Gold zu bedenken. Viele Nachbarn in der Melanchthonstraße wüssten, dass ein solches festliches Ereignis im Hause B. kurz bevorgestanden habe.


EIn Kommentar
so überflüssig, wie nutzlos: Wer seine Mitmenschen für Idioten hält, nur weil sie eine andere Meinung vertreten, braucht sich über Reaktionen nicht zu wundern, vor allem nicht bei dieser Rechtschreibung und Interpunktion. Wir lassen uns von so jemanden nicht den Mund verbieten und warten gerne die Ermittlungen ab, wer der Mörder wirklich ist. Vielleicht stände es dieser Zeitung besser zu Gesicht, solche abfälligen Bemerkungen einfach nicht zu veröffentlichen.