Wiesbaden-Amöneburg: Ortsbeirat fordert Sicherungsmaßnahmen nach Bahnunfall
02.02.2012 - AMÖNEBURG
Von Heinz Porten
Der Bahnunfall am 29. Januar war Auslöser für einen Dringlichkeitsantrag des Ortsbeirats Amöneburg. Auf ihrer Sitzung forderten die Mitglieder stärkere Sicherungsmaßnahmen auf der Bahnstrecke zwischen den Bahnhöfen Wiesbaden Ost und Kastel. Die gerissene Stromleitung und der Brand einer Lokomotive führten bei den Anwohnern zur Angst um ihre Sicherheit bei Unfällen auf der Bahnstrecke.
„Gegen 11.30 Uhr gab es einen fürchterlichen Schlag, man sah nur noch Funken. Der erste Güterzug konnte noch weiterfahren. Zehn Minuten später gab es einen erneuten Schlag, die Leitung ist total abgerissen. Wir durften nicht mehr aus dem Haus, die Gefahr durch die hohe Spannung war zu groß“, schilderte Ortsbeiratsmitglied Heinz Schneider (FDP) die Erlebnisse, die er und weitere Anwohner der Hilgersstraße am Samstag bei Abriss einer Oberleitung in Höhe der Hilgersstraße machen mussten.
Oberleitung überfahren
Auch Ortsvorsteherin Maike Soultana (CDU) hatte das Unglück mitbekommen und berichtete von Rauchschwaden, die aus einer beschädigten Lokomotive kamen. Zwei Güterzüge hatten die lose auf den Schienen liegende Oberleitung überfahren, es kam zu enormen Schlägen und Blitzen, eine dritte Lok erlitt einen Brandschaden. Da das viel befahrene erste Gleis nur sechs bis sieben Meter von den Häusern der Anwohner entfernt liegt, bat der Ortsbeirat die Stadt, mit der Bahn umgehend konkrete Sicherungsmaßnahmen zu vereinbaren.
So soll das erste Gleis nicht mehr von Güterzügen befahren werden und die Stromleitungen sollen regelmäßig überprüft werden. Der Ortsbeirat forderte den Einbau einer Sicherheitswand zur Wohnbebauung hin. Damit würde auch die Lärmbelästigung, die Schneider in einem separaten Antrag moniert hatte, verringert. Diese entstehe insbesondere durch ältere Güterwagen mit ihren lauten Fahrgestellen. Mit der Fertigstellung der Gotthart-Strecke sei zudem eine stärkere Nutzung der Strecke zu erwarten. Beide Anträge wurden einstimmig verabschiedet.
Ebenfalls die ungeteilte Zustimmung fand ein Antrag, die Holzverladestelle auf dem Bahngelände an der Wiesbadener Landstraße besser zu sichern. Kleinere Stämme könnten noch ungehindert Richtung Straße rollen und Verkehrsteilnehmer gefährden.
Der Ortsbeirat bat die Stadt zudem um die zeitnahe Errichtung des Fußgängerüberwegs auf Höhe der Biebricher Straße 68, der sich durch Bauarbeiten an der Straße verschoben habe. Nach Abschluss der Sitzung verlieh Ortsvorsteherin Soultana Edith Dyckerhoff die Ehrennadel des Ortsbeirats für ihre Verdienste um Amöneburg mit ihrem Engagement in der Edith und Klaus Dyckerhoff Stiftung.

