Samstag, 11. Februar 2012 09:50 Uhr
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Wiesbadener Kurier

 

"Mund zu, Fäuste ballen, und ganz still stehen"

13.09.2007

Hundetrainerin bei der Bambini-Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr - Earl und der freche Luis verhalten sich ganz sanft

FrauensteinGroße Aufregung bei den Frauensteiner "Tabalugas": Die Bambini-Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr hatte besonderen Besuch. Hundetrainerin Christine Erler zeigte den Kindern den richtigen Umgang mit Hunden. Von Kathrin Horne "Wann kommen denn endlich die Hunde?", fragen die kleinen "Tabalugas" und hippeln nervös auf den Turnmatten herum. Die 24 Kinder zwischen vier und neun Jahren warten schon auf die ihnen angekündigten Besucher. Die Freiwillige Feuerwehr hat sich wieder etwas Besonderes einfallen lassen, um die kleinen Nachwuchs-Feuerwehrmänner und -Frauen zu locken: "Wir wollen den Kindern ein attraktives Rahmenprogramm bieten und sie nicht nur zu Löschknechten erziehen", berichtet Udo Stieglitz, 1. Vorsitzender des Fördervereins und Wehrführer der Feuerwehr. "Eine Hündin ist heiß geworden", erzählt Christine Erler lachend. Und deshalb müssen die Kinder heute mit Hunde-Opa Earl und dem frechen Luis vorlieb nehmen. Bevor die beiden Vierbeiner ihren Auftritt bei den Bambinis genießen dürfen, plaudert Christine Erler zunächst alleine mit den Kindern. Die hauptberufliche Sozialarbeiterin will zunächst wissen, welche Erfahrungen mit Hunden gemacht wurden. Prompt gehen kleine Ärmchen nach oben: "Ich habe einen schwarzen Hund", "Mein Hund ist ganz groß" - alle sprudeln drauf los. Christine Erler schafft es aber, die aufgeregte Schar zu beruhigen. Sie will den Kindern erklären, wie sie sich gegenüber fremden, aber auch bekannten Hunden verhalten sollen, damit nichts passiert. "Bevor ich mich jedoch mit den Kindern beschäftige, informiere ich die Eltern darüber, wie ich vorgehe." Der vorausgehende Elternabend war ein voller Erfolg bei den Feuerwehrmüttern und -vätern. "Für die Kinder ist so ein Training schön und schaden kann es nicht, wenn man von den ganzen Unfällen mit Hunden hört", freut sich Mutter Sandra Nebel über die Aktion der Feuerwehr. Damit die Kinder verstehen, wie intensiv Hunde riechen, gibt die Hundetrainerin zunächst einen Butterkäse herum, den die Kinder zunächst etwas verwirrt an ihre Nasen halten. Der zweite Käse löst schon bei den ersten Schnüfflern verzerrte Gesichter aus: "Iiiih, der stinkt ja!", beschweren sich die Kleinen. "So intensiv, wie ihr den Stinkkäse riecht, riechen die Hunde auch", erklärt Christine Erler. Langsam begreifen die Kids, wie sensibel die feuchte Hundenase ist. Nachdem die wichtigsten Regeln verinnerlicht wurden, tapsen die beiden Hunde in die Halle. Die Augen der Hunde und der Kinder werden groß, die Rasselbande wird ganz ruhig und bestaunt Earl und Luis. Christine Erler setzt die Hunde in die Mitte. "So sieht ein Hund aus, der böse ist", erklärt sie und zeigt das Gebiss von Earl in all seiner Pracht. Damit die Kinder nie so ein böses Hundegesicht sehen, folgen mehrere Tipps, wie man sich zur eigenen Sicherheit verhalten soll. In einer kleinen Übung wird die Taktik getestet. Die Gruppe tobt quer durch die Halle. "Achtung! Hund kommt!", ruft Christine Erler laut. Auf dieses Kommando stehen alle stramm auf einer Stelle, haben die Hände zu Fäusten nach unten geballt, den Mund zu und keinen Blickkontakt. "Wenn ihr so einem Hund gegenüber steht, kann euch in der Regel nichts passieren." Die Übung wird ein paarmal wiederholt. Die Hunde tapsen gemütlich zwischen den stillstehenden Kindern durch, und beide Parteien begreifen, dass keiner Angst haben muss. "So, nach dieser anstrengenden Übung brauchen die Hunde eine Belohnung." Die Augen der mutigen Kids schweifen zur Leckerli-Tüte. Nun müssen sie ran und die Tiere füttern. Der kleine Jonas ist der erste, der schüchtern seine Hand hinhält - und schwups, hat Luis das Leckerli verschlungen. Doch nicht alle behalten bei so viel Trubel die Nerven: "Das ist mir zu eng hier", weint ein kleines Mädchen und weigert sich, den Hund zu füttern. Für einige ist die Tuchfühlung doch eine zu große Herausforderung. "Warum muss man Luis mit der flachen Hand füttern?", wundert sich Ricardo. "Na, weil er dir sonst aus Versehen die Finger abbeißt", erklärt ihm Niklas. Die Hundetrainerin nickt freundlich. Es folgen weitere Fragen und Geschichten von und mit Hunden. Der Wissensdurst scheint unerschöpflich, doch geduldig lässt Christine Erler jedes Kind zu Wort kommen. Zum Schluss gibt es noch eine große Kuschelrunde mit den Vierbeinern. "Mir hat das Training Riesenspaß gemacht und ich werde bei der nächsten Begegnung mit einem Hund weniger Angst haben", strahlt Philipp. Auch wenn sich nicht alle Kinder zum Streicheln ermutigen lassen, so ist das Training ein voller Erfolg für die kleinen "Tabalugas". "Es gibt leider auch Hunde, die denken verkehrt", warnt Christine Erler abschließend. Auch wenn man sich nicht vor allen Hunden schützen könne, so könne man mit solchen Trainingsstunden doch die Angst der Kinder reduzieren.


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