Von Sabine Hochmuth
LachkulturAlex Sternick aus Jerusalem
"Zrtlem nurr ebmaling zleddel ding förr nobrr". Das ist Gibberish. "Heute ist das grüne Gähnen mir am Mittag, das sondern daraus gingen springende Ideen". Das auch. Unsinn dieser Art erzählten sich die Teilnehmer des Workshops, zu dem die Lachclubs Frankfurt und Wiesbaden den Meister im Gibberish-Reden, Alex Sternick aus Jerusalem, nach Erbenheim eingeladen hatte. Unter Anleitung des Bachelor der Ernährungswissenschaften, der auf "Gibberish World Tour" ist, übten sich am Samstag im Vorhof der Humorkirche ganz unterschiedliche Menschen im gestenreichen Reden von wirrem Zeug. Das klingt einfacher als es ist.
"Kopf ausschalten" Gibberish ist eine internationale Sprache, die man nicht in der Schule lernen, die aber jedes Baby artikulieren und verstehen kann. Wichtigste Regel: Kopf ausschalten. Und das fällt den meisten Erwachsenen schwer. "In Gibberish kann man nicht denken, nicht planen, beurteilen und nicht interpretieren", weiß Sternick. Hinter dem Kauderwelsch steht eine komplexe "Philosophie des Unsinns", mit der der Initiator der Lachclubs von Jerusalem weltweit therapeutisch erfolgreich arbeitet. So leitete der 32-Jährige einen Workshop mit mehreren hundert jüdischen und palästinensischen Teilnehmern in Israel. Seine Logik: Wenn sich die Gesprächspartner mittels einer individuellen, doch verständlichen, unlogischen Phantasiesprache begegnen, spielen Erwartungen und sinnvolle Argumente keine Rolle mehr. Es gäbe keine Missverständnisse, keine Hemmnisse, keinen Hass. Wenn die Vernunft nicht mehr im Mittelpunkt der Kommunikation stehe, könne sich eine Sprache der Herzen entwickeln, die Körperweisheit das Zepter übernehmen und so echtes Lachen und Grenzen überschreitende Freude entstehen. "Der Unsinn ist die höchste Ebene der Weisheit" lautet das Credo des Friedensaktivisten. Im Sinne einer aktiven Meditation empfiehlt er die heilsame Sprache der Kinder und Clowns zur Selbstheilung, denn sie wirke innerlich reinigend.

