Von Ingeborg Toth
Fasanerie wird mit Holzpellet-Anlage geheizt / 80 000 Euro Zuschuss aus Klimaschutzfonds
Der Heizkessel steht im künftigen Jugendbauernhof, einem separaten Gebäude unweit des neuen Tierpark-Eingangs. Im Dachraum darüber lagern 38 000 Kubikmeter Pellets - aus Sägemehl und Spänen, aus Bruchholz oder minderwertigem Holz zusammengepresst. Der Vorrat reicht für ungefähr sechs Wochen, sind alle Gebäude angeschlossen. Vom Brennstofflager transportieren Förderschnecken die Pellets in den Kessel, in dem sie umweltneutral verbrennen. Geben sie doch nur die Menge CO2 an die Umgebung ab, die durch Fotosynthese von den Bäumen gespeichert wurde. Die Bauprojekte in der Fasanerie gehen mit Riesenschritten voran. Altes wird geschickt mit Neuem kombiniert. Bis zum Herbst soll die Gesamtanlage einschließlich des Jagdschlösschens schmuck und wie neu dastehen. Es wurde Zeit, sich Gedanken zu machen, wie die Gebäude ökologisch sinnvoll beheizt werden können, so Klaus Ries, Vorsitzender des Fördervereins. Entstanden sei eine Wärmezentrale, ausreichend für alle Gebäude, die nach Abschluss der Bauarbeiten angeschlossen werden. Bisher wurde Flüssiggas und Strom zum Heizen eingesetzt, zukünftig wird es umweltfreundlicher gehen. Eine Erdgasleitung als Alternative wäre bis zum Tierpark zu teuer geworden für das Versorgungsunternehmen. Die erneuerbare Energie Holz an dieser Stelle zum Heizen einzusetzen mache viel Sinn, so Ralf Schodlok, Vorstandssprecher von ESWE Versorgung. "Künftig lässt sich auf dem Jugendbauernhof am Beispiel Holzpellet-Heizung eine innovative Technologie zeigen." Der Zuschuss aus dem ESWE-Fonds von 80 000 Euro entspricht einer Förderquote von 40 Prozent. Die Gelder des mit fünf Millionen Euro bestückten Fonds verteilt ein Sachverständigen-Beirat unter Vorsitz von Ullrich Schmidt. Der Vorsitzende und seine Mitstreiter entscheiden, welches Objekt gefördert werden soll. Im vergangenen Jahr verteilte man 1,2 Millionen auf insgesamt 20 Projekte. Darunter waren 15 Gebäude, die von Energieverschwendern zu Energiesparern geworden sind. Wie Schmidt erklärt, arbeitet man gern mit der Klimaschutzagentur Wiesbaden zusammen. Es geht auch darum, die Bauten des Historismus so zu sanieren, dass die Wärmedämmung der Fassaden nicht die gesamte Optik ruiniert. Der Klimaschutzfonds wird nach Entnahmen alljährlich wieder auf fünf Millionen aufgefüllt. Aus den Gewinnen von ESWE Versorgung. Holzpellet-Heizkessel und die gesamte Anlage drumherum sind derzeit noch relativ teuer, weil die Stückzahlen noch gering sind. Nur wenn es gelingt, die Anlagen weiterzuentwickeln und sie auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu machen, ist ihnen langfristig Erfolg beschieden. Um so wichtiger sei es heute, so Schodlok, "eine solche Maßnahme für die Zukunft anzuschieben". ESWE Versorgung hat sich in der Region umgeschaut und dabei auch das Thermalwasser als regenerative Energie entdeckt. Die heißen Quellen werden jetzt auch zu Heizzwecken genutzt, so wird inzwischen der Hessische Landtag beheizt. Die Pellets zum Heizen waren noch relativ günstig zu haben, als die Anlage in der Fasanerie geplant und gebaut wurde. In der Zwischenzeit ist der Preis gestiegen, weil der hohe Ölpreis die Nachfrage nach Holz und Pelletöfen angeheizt hat. Von dem Preisvorteil für die würmchengroßen Pellets ist gerade in den vergangenen Wochen wieder einiges verloren gegangen. Die starke Nachfrage schlägt sich im Preis nieder. Kesselanlagen für die Verwendung von Holzpellets stehen auch in der Joseph-von-Eichendorf-Schule und beheizen die Gebäude des Zehtenhof-Sportplatzes. Auch diese wurden mit Geld aus dem ESWE Innovations- und Klimaschutzfonds bezuschusst.

