Von Wolfgang Wenzel
Schüler pflanzen Bäume auf der Petersaue
Mit einer Pflanzaktion auf der Rheininsel Petersaue will die "Global-Marshall-Plan-Initiative Rhein-Main" am 27. Oktober ein Zeichen für die Umwelt setzen. Mit "500 Bäume für Wiesbaden" ist die Aktion überschrieben, an der sich vier Schulen beteiligen. Ziel sei es, nach Vorgaben des städtischen Umweltamts an drei Stellen der Insel aus Grauerlen, Weiden, Pappeln und Eschen neue Weichholzauen aufzubauen. Mit den der Partie sind neben der Leuschner-Schule auch die Hermann- Ehlers- und die Theodor-Fliedner-Schule sowie das Mainzer Frauenlobgymnasium. Es sei ein Unterschied, Naturthemen wie den Klimawandel nur aus der Warte des Fernsehens zu betrachten oder selbst etwas dafür zu tun, damit Bäume zum Wachsen kämen, sagte der Sprecher der in Wiesbaden beheimateten Initiative, Michael Franz. Kinder und Jugendliche müssten selbst etwas dafür tun. Nach den Vorstellungen der Initiative, die sich in einem Kontext mit Umweltgruppen wie dem BUND und den Globalisierungs-Kritikern von Attac sieht, sollen die Schüler das Projekt auf der Petersaue zwei Jahre lang betreuen. Dann würden die neuen Weichholzauen, die auf der östlichen Spitze der Insel sowie auf einem Obstbaumgrundstück und der Mainz zugewandten Seite angelegt würden, der Stadt übergeben, sagte Roland Gramenz, der das Projekt koordiniert. Auf der Insel hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt in den vergangenen Monaten große Baumbestände am Ufer gelichtet. Auch die Stadt habe am Bowling Green vor dem Kurhaus eine Menge Bäume "geschlachtet", sagte Franz. Nun komme es darauf an, die jungen Leute von der Idee eines nachhaltigen Lebens und Wirtschaftens zu überzeugen. Nicht weit von der Petersaue entfernt wollten die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden schließlich ihr umstrittenes Kohlekraftwerk errichten. Die Stadt dürfe die von ihr unterstützte Pflanzaktion nicht als eine Art Ablass für ihr Engagement beim Kraftwerksbau verstehen. Schön wäre es, wenn die Parteien von ihrem "alten Denken" ließen und einsähen, dass ein Kohlekraftwerk nicht in die Zeit passe, sagte Initiativensprecher Franz. An der Pflanzaktion auf der Petersaue könnten sich noch weitere Schulen beteiligen. Die Initiative habe viel ideelles Kapital und 14 000 Euro Sponsorengelder gesammelt, um das Projekt auf der Petersaue zu verwirklichen. Globalisierung abfedern Die Global-Marshall-Plan-Initiative geht nach Angaben von Franz auf eine deutsch-österreichische Gründung zurück, die die Auswirkungen der Globalisierung abfedern will. Marshall-Plan heiße sie in Anlehnung an den von den Amerikanern entworfenen Wiederaufbauplan nach 1945, an dessen Gedanken sie nun anknüpfen wollten. Allerdings nur an den Erfolg und mit einer ganz anderen Zielrichtung, nämlich auf einen Erhalt der Umwelt und einer ausgeglichenen Ökonomie. "Wenn die Bildung steigt, wird die Armut verringert", sagte Franz. Auf die Pflanzaktion auf der Petersaue will die Initiative die vier Schulen mit Informationsvormittagen an zwei Tagen in der kommenden Woche einstimmen. Ende Oktober sollen sich die Schüler an der Kaiserbrücke treffen und Bäume und Spaten in Empfang nehmen, um auf der Petersaue einen vom Umweltamt entworfenen Pflanzplan abzuarbeiten. Geplant sei, am Aufgang zur Kaiserbrücke ein Schild anzubringen und über die Weichholzauen zu informieren.

