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Wiesbadener Kurier

Wiesbaden 

Kein DSL, kein Wettbewerb

17.10.2008 - WIESBADEN

Von Katja Rietze

Medenbach und benachbarte Gemeinden warten schon lange auf schnellen Internetzugang

/ REGION Gewerbetreibende ergreifen die Flucht, Wohnungen lassen sich nur noch schwer vermieten und die tägliche Arbeit mit dem Computer wird zur Qual. Medenbach ist immer noch ohne schnellen DSL-Anschluss. Die Telekom weigert sich nach wie vor, ein Kabel vom Breitband-Knotenpunkt Wallau nach Medenbach zu verlegen. Die 3,5 Millionen Euro Kosten rechneten sich nicht. Wie Medenbach geht es auch Bremthal und Wildsachsen im Main-Taunus-Kreis und Kiedrich und Stephanshausen im Rheingau-Taunus-Kreis. Und vielen mehr. Rund fünf Millionen Bürger in Deutschland haben derzeit laut Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) keinen schnellen Internetzugang. 2200 Gemeinden - weiße Flecken auf der DSL-Landkarte - litten unter den Abwanderung ihrer Gewerbetreibenden und Wertverlust von Immobilien und Grundstücken. "Ein Design-Büro aus der Nachbarschaft ist schon abgewandert", sagt Helmut Stecha, Betreiber eines Ingenieur-Büros in Medenbach. Und für ihn sei die Arbeit mühsam, E-Mails zu verschicken oder zu öffnen dauere ewig. Er wollte sich -  wie viele andere Medenbacher - mit einer DSL-Alternative behelfen. Glücklich sind sie damit nicht. "Funk-Verbindungen fallen aus, Satelliten-Verbindungen sind teuer", sagt Ortsvorsteher Gerhard Sommer (CDU). Rudolf Boll von der Bundesnetzagentur vergleicht Gemeinden ohne schnellen Internetzugang mit Gemeinden des 19. Jahrhunderts, die keine Anbindung an die Eisenbahn hatten. "Diese Gemeinden sind einfach abgekoppelt vom Rest", sagt er. Diese Infrastrukturnachteile seien kaum zu kompensieren, im Informationszeitalter sei der Internetzugang Bedingung für Wettbewerbsfähigkeit. Zusammen mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und dem Deutschen Landkreistag hat der VATM deshalb einen Masterplan ausgearbeitet. Politische Entscheider und Telekommunikationsanbieter sollen Informationen zu jeder un- oder unterversorgten Gemeinde bekommen. Es geht um Wirtschaftsdaten, topografische Merkmale und die Entfernung zum nächsten Breitband-Knotenpunkt. Anbieter könnten so schnell die beste Lösung bieten. Einen Überblick über die Alternativen bietet der VATM im Internet an (www.vatm.de). Dort gibt es auch Informationen zu Fördermitteln, die die EU Deutschland zum Breitbandausbau im ländlichen Raum zugebilligt hat. Auch die Medenbacher haben sich schon bei der VATM informiert. Doch selbst die Spezialisten hätten derzeit keine andere Lösung, sagt Ortsvorsteher Sommer. Kommentar


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