Schlachthof wird grundlegend saniert - Option auf Neubau der Haupthalle
25.08.2010 - WIESBADEN
Von Michael Meinert
Der Magistrat hat am Dienstag beschlossen, das Kulturzentrum Schlachthof grundlegend zu sanieren. Überraschend wurde aber auch die Option eines Neubaus der maroden Haupthalle in das Konzept aufgenommen, über das die Stadtverordnetenversammlung letztlich zu entscheiden hat: Bis Ende August sollen die Kosten eines Abrisses und Neubaus geprüft werden. Wie berichtet macht sich die SPD für einen Neubau stark. Der sei nur wenig teurer als die Sanierung und ließe sich schnell realisieren. Auch Teile der Grünen liebäugeln mit einer solchen Lösung.
Thies für Sanierung
Kultur- und Hochbaudezernentin Rita Thies (Grüne) hingegen, in deren Ressort die ursprüngliche Magistratsvorlage erarbeitet wurde, ist eine Verfechterin der Sanierung. Ein Neubau sei teurer und brauche drei oder vier Jahre bis zur Realisierung. Einen solchen Zeitraum ohne oder mit eingeschränktem Veranstaltungsbetrieb würde der Verein Kuk, der das Kulturzentrum betreibt, aber „nicht überleben“. Kuk selbst kann sich einen Neubau, der ganz andere Möglichkeiten als die Sanierung bieten würde, aber gut vorstellen.
Die jetzt erst mal auf den Weg gebrachte Sanierung gliedert sich in zwei Bauabschnitte mit Gesamtkosten von 7,6 Millionen Euro. In Phase eins, für die 4,6 Millionen Euro zur Verfügung stehen, steht die Sanierung der Hallenstatik und der Betonkonstruktion im Vordergrund. Die Arbeiten sollen am 1. November beginnen, denn die Halle darf ab dann nicht mehr für Veranstaltungen genutzt werden. Die Bauaufsicht sieht die Sicherheit nicht mehr gewährleistet, wenn sich Schneemassen auf dem Dach türmen. Laut Peter Maurer und Gertrud Deimen vom Hochbauamt sind in der ersten Phase zudem verschiedene Brandschutzmaßnahmen vorgesehen sowie ein Anbau, in dem Toiletten und Garderoben untergebracht werden. Ferner sollen Notausgänge installiert und das Hallendach gedämmt werden.
Für einen zweiten Bauabschnitt sollen drei Millionen Euro in den kommenden Haushalt eingestellt werden. Unter anderem werden dann eine Lüftungsanlage eingebaut und die Wände der Halle und anderer Gebäude gedämmt. Während des ersten Bauabschnitts, für den 13 Monate veranschlagt sind, ist der Spielbetrieb des Schlachthofs eingeschränkt. Veranstaltungen können nur noch in der kleineren Räucherkammer stattfinden.
Unterstützung durch Stadt?
Wegen der geringeren Einnahmen sind Arbeitsplätze bedroht. Thies hat dem Magistrat daher vorgeschlagen, den Schlachthofleuten finanziell unter die Arme zu greifen. Darüber soll am kommenden Dienstag entschieden werden. Über Summen wollte Thies nicht reden, doch hatte sie in der Vergangenheit bereits davon gesprochen, dass das Kulturzentrum 200000 bis 300000 Euro benötige. Die Dezernentin hofft, dass durch eine städtische Unterstützung Entlassungen vermieden werden können und der Schlachthof, in dem 19 Leute tätig sind, lediglich Kurzarbeit für einige Mitarbeiter beantragen müsse. Wenn der Schlachthof vollständig saniert ist, dürfen bis zu 1999 Besucher zu den Konzerten in der Halle kommen. Ab 2000 Menschen müssten strengere bauliche Auflagen realisiert werden.

