Teures Grab: Kosten für eine Bestattung in Hessen differieren bis zu 1.500 Euro
13.08.2010 - WIESBADEN
Von Bertram Heide
Natürlich weiß Bäder schon lange um die Tatsachen, die der BdSt und Aeternitas jetzt anmahnen. Die Bestattungskultur hat sich geändert. Fast 60 Prozent aller Hessen wünschen sich eine Urnenbestattung und kleinere Grabstätten. 20 bis 30 Prozent der Friedhofsflächen landesweit dienen eigentlich heute noch dazu, mit Gräbern belegt zu werden; der Großteil ist eigentlich eine öffentliche Grünfläche, die natürlich auch entsprechend gepflegt werden sollte. „Im Grunde“, sagt Ulrich Fried, „haben wir in Hessen 1.100 Hektar zu viel an ausgewiesener Friedhofsfläche. Das kostet den Steuerzahler jährlich rund 27 Millionen Euro.“
Natürlich entstanden in der Vergangenheit durch diese Flächenmanagement Defizite in den kommunalen Haushalten und Fried kritisiert vor diesem Hintergrund: „Wer heute ein Grab erwirbt, zahlt für die Defizite der Vorjahre.“ Bei der Kostenkalkulation zulasten der Bürger liege Hessen zudem weit über dem Bundesdurchschnitt.
Für die hohen Kosten macht Hermann Weber von Aeternitas auch einen anderen Umstand verantwortlich. „In Hessen gibt es keine Konkurrenz zu kommunalen Friedhöfen. In Norddeutschland sind viele Friedhöfe im Besitz der Kirche, und die beerdigt einfach günstiger.“
Sollten Bestatter die Trauerhallen übernehmen?
In Wiesbaden wurde das Krematorium vor Jahren von zwei Bestattern übernommen. Obwohl die Zahl der Kremationen landesweit rückläufig ist, scheint sich dieses Geschäft durchaus zu lohnen. Und Hermann Weber rät deshalb, auch den Betrieb der Trauerhallen den Bestattern zu überlassen. „Das wird sicher auch für die Bürger billiger.“
Den Bürgern rät Weber zum Preisvergleich, denn so richtigen Einfluss auf die Kosten hätten sie nicht. „Schließlich gibt es einen Friedhofszwang.“ Und unter www.aeternitas.de könne jeder einen Preisvergleich unter 1100 Städten und Gemeinden nachvollziehen.
In Wiesbaden sind die Rathaus-Politiker zu recht gefordert. Der defizitäre Gebührenhaushalt wäre auszugleichen, wenn die Mittel für die Grünpflege aufgestockt würden.
- Zum Anfang
- Zurück
- Seite 2/2
- Weiter
- Zum Ende

