Sturmtief "Olivia" hinterlässt Spuren der Verwüstung in Wiesbaden
15.07.2010 - WIESBADEN / REGION
Von Patrick Körber
Kaum länger als eine halbe Stunde dauerte das Unwetter, das am Mittwochabend über Wiesbaden und die Region zog. Die Sturmböen hinterließen ein Bild der Verwüstung im ganzen Stadtgebiet. Zwei Schwerverletzte musste die Feuerwehr bergen, die durch einen herabstürzendem Baum im Bereich Maybachstraße in ihrem Auto eingeklemmt wurden. Einer der beiden Personen musste mit dem Rettungshubschrauber in eine Mainzer Klinik geflogen werden. Eine weitere Person verletzte sich beim Sturz in eine Baugrube in der Aarstraße.
Über 130 Einsätze zählte die Wiesbadener Berufsfeuerwehr gestern Abend – alle Wehren waren bis spät in die Nacht im Einsatz. Umgestürzte Bäume, gekappte Stromleitungen und abgedeckte Dächer – kein Stadtteil wurde von Sturmschäden verschont. Das Dach des St. Josefs-Hospitals in der Beethovenstraße wurde abgedeckt. Patienten mussten laut Feuerwehr nicht evakuiert werden. In der Sonnenberger Straße stürzte ein Baum auf einen Mercedes – Menschen kamen hier nicht zu Schaden. Rund um die Wilhelmstraße hatten sich zahlreiche Sonnenschirme selbstständig gemacht und blockierten die Fahrbahnen und Bürgersteige. Baugerüste und Straßenabsperrungen, etwa in der Schwalbacher Straße, stürzten um. Zu größeren Verkehrsbehinderungen ist es laut Feuerwehr jedoch nicht gekommen, weil die meisten Autofahrer wohl zu Hause geblieben seien.
Naurod, Auringen und Kloppenheim waren gestern Abend längere Zeit ohne Strom, ein Baum hatte eine Stromleitung im Bereich Bierstadt gekappt. Für das Wiesbadener Umland ergab sich ein ähnliches Bild: umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer. Hunderte Notrufe seien bei der Polizei eingegangen, berichtet das Polizeipräsidium Westhessen. Bis Redaktionsschluss konnte der Kommissar vom Dienst allerdings keine Bilanz ziehen – die Beamten waren durchweg im Einsatz.

