Junge Regisseure lieben Kunstblut
06.07.2010 - WIESBADEN
Von Theo Hendrikson
FILMREIF Drei Gewinnerfilme zum Thema „Gegenwind” im Caligari uraufgeführt / Ehrenpreis für Dokumentarfilm zur Emanzipation
Vor sechs Jahren galt es, das Thema „Tatort Schule“ filmisch umzusetzen, in diesem Jahr lautete der Auftrag, dramatische Kurzfilme unter der Überschrift „Gegenwind” zu drehen. Die drei Gewinnerfilme des vom Kurier präsentierten Ideen- und Videowettbewerbs „filmreif“ wurden nun im Wiesbadender Caligari-Kino erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
In der Altersgruppe „10 bis 13 Jahre” gewann der Film „Gegenwind”. Der achtminütige Kurzfilm handelt von einer Mädchengruppe, die sich gegen ihre Anführerin auflehnt, da sie eine neues Mitglied der Bande nicht fair behandelte. Die sechs Darsteller, fünf davon im Alter von zehn bis zwölf Jahren, hatten bei dem Projekt viel Spaß. Die Hauptdarstellerin Jasmin hat auch schon einen Berufswunsch: „ Ich will mal Schauspielerin werden.“ Lacher sicherte sich die junge Truppe mit dem Lied „Wo bist du mein Sonnenlicht“, das sie mehrmals in dem Film einspielten.
Der zweite ausgezeichnete Beitrag stammte von Schülern der Gutenbergschule, die zwischen 13 und 16 Jahren alt sind. Der emotionale Film „Ein Jahr und vier Monate“ erzählt die Geschichte einer mit einem Geheimnis belasteten Brieffreundschaft. Für ein paar Szenen wurde sogar Kunstblut verwendet.
Wesentlich mehr Kunstblut brauchte der Film „Sanchez“ der Diltheyschule, an dem eine ganze Klasse mitgewirkt hatte. Die 17- bis 20-Jährigen drehten ein gesellschaftskritischen Film. In dem Film versucht der junge Opiumbauer Sanchez die Zustände in seinem Land zu verbessern und sucht Hilfe bei dem reichen Nachbarland, doch dort stößt er nur auf Ablehnung.
Einen Ehrenpreis erhielten Alena Jahns, Stella Gerber, Anja Schröder und Elisabeth Helle. Die vierköpfige Mädchengruppe plant einen Dokumentarfilm zum Wettbewerbsthema „Gegenwind”, in dem sie Frauen verschiedener Generationen zu den nicht emanzipierten Zuständen in der jetzigen und damaligen Zeit in Job und Leben interviewen wollen.
Ein Making of aller drei Filme wurde im Caligari auch gezeigt, in dem die verschieden aufwendigen Arbeitsschritte eines solchen Projekts klar wurden. Mit großem Applaus wurden die vielen Mitwirkenden der Kurzfilme verabschiedet. Das Medienzentrum Wiesbaden freut sich schon auf den nächsten Wettbewerb und der damit verbundenen Zusammenarbeit mit den Jugendlichen.

