Wolfgang Rösch wird im November Wiesbadens neuer Stadtdekan
29.06.2010 - WIESBADEN
Von Matthias Friedrich
Verunsicherung aber auch Zuspruch
„Wir haben nach wie vor eine große Reputation“, glaubt Rösch trotz der aktuellen Missbrauchsdebatte und Glaubwürdigkeitskrise der Kirche. In seinen Gemeinden hat er viel Verunsicherung der Gläubigen bemerkt, aber auch persönlichen Zuspruch erfahren angesichts des Drucks der momentan auf dem geistlichen Stand lastet.
Eine Lockerung des Zölibats kann sich der frühere Regens anders als sein Vorgänger im Wiesbadener Dekansamt Johannes zu Eltz, nicht vorstellen, obwohl das für ihn „keine dogmatische Sache“ ist. Aber er räumt auch ein: „Wir stehen für etwas Heiliges und für eine andere Welt, aber wir sind nicht heilig.“
Begeisterter Radfahrer
Die Reife der Entscheidung für die Ehelosigkeit werde bei den Priesteramtskandidaten inzwischen viel stärker geprüft. Nur die Hälfte der Bewerber, die sich anmelden, werden angenommen, berichtet Rösch aus seinen Erfahrungen im Priesterseminar. „Wir dürfen im Grunde nur Priester nehmen, die auch gute Familienväter wären“, sagt der „Familienmensch“ aus kinderreichem Elternhaus, der in Königstein die Hausgemeinschaft mit den Priesterkollegen schätzt und die Gastfreundschaft auch im Wiesbadener Pfarrhaus hochhalten will. Dabei kommt ihm sein Hobby, das Kochen, zupass. Seine andere Freizeit-Passion zeugt vom langen Atem des neuen Dekans: Der begeisterte Radfahrer ist zur Zeit unterwegs zwischen Südfrankreich und dem galizischen Santiago, als Jakobspilger auf zwei Rädern.
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