Gartenparty im XL-Ausmaß
28.06.2010 - WIESBADEN
Von Julia Anderton
NEROTAL Anja Kossiwakis feiert ein Fest im Park mit Hockey, Kunst und Massage
Eine schönere Wiedergutmachung hätte sich Anja Kossiwakis nicht wünschen können: Während vor einem Jahr die Premiere des Nerotalfestes wegen starken Regens ins Wasser fiel, lockte diesmal strahlender Sonnenschein und ein blitzeblauer Himmel zahlreiche Besucher in den Park. „Ich bin so was von zufrieden“, freute sich die Wahl-Wiesbadenerin, die als Kopf der Initiative „Die Nerotaler“ das Fest in Eigenregie stemmte.
Nicht nur Bratwurst
Das Fest war nicht überlaufen. Auf der Wiese am Schweizer Häuschen herrschte eine entspannte, beinahe private Atmosphäre. „Ich finde es gut, wenn es so persönlich bleibt, dass man mit jedem Besucher ins Gespräch kommt“, sagte auch Anja Kossiwakis. Das dürfte angesichts der am späten Nachmittag stetig steigenden Besucherzahl zwar nicht ganz geklappt haben. Dennoch hatte die Veranstaltung das angenehme Flair einer Gartenparty, wenn auch im XL-Ausmaß. Selbstverständlich durften Bratwurst und Apfelkuchen da nicht fehlen. Mit Rhabarber-Eis, Gorgonzola-Birne-Quiche und Glasnudelsalat ging es aber ungleich exotischer zu als auf der heimischen Terrasse. Doch nicht nur dem Gaumen wurde etwas geboten, auch das Ohr kam mit Country von „The Five Bullets“ (inklusive Line-Dancer) und Blues von „Soulcafè“ auf seine Kosten. Der familiäre Grundgedanke sorgte für ein besonders Augenmerk auf die kleinen Gäste: Sie konnten riesige Holztürme bauen, sich als Prinzessin oder Leopard schminken lassen, Torwandschießen üben, die Schwester von Pinocchio (mit bayerischem Zungenschlag) beim Blödeln anfeuern oder mit einem Zauberer Kunststückchen üben. Ihre Eltern erholten sich währenddessen auf einer Picknickdecke im Schatten oder beim Plausch mit dem Nachbarn auf einem der urgemütlichen Gartenmöbel, meist mit Sektglas oder Kaffeebecher in der Hand. Oder aber sie ließen sich auf einer Massagebank mitten im Grünen nieder - auch Kulturdezernentin Rita Thies (Grüne), die das in Kooperation mit dem Kulturamt und dem Grünflächenamt stattfindende Nerotalfest eröffnet hatte, ließ sich diese Chance nicht entgehen. Turbulenter ging es bei der Show des Improvisationstheaters „Für Garderobe keine Haftung“ zu - und wer seine durch die Massage gewonnene Energie zum Sporttreiben nutzen wollte, konnte Hockey spielen oder alternativ auch beim Fitnessboxen schwitzen.
Dritte Auflage
Obwohl die Organisation viel Arbeit bedeutet, will Anja Kossiwakis 2011 die dritte Auflage auf die Beine stellen. Max Wagner regte an: „Man sollte das Nerotalfest eine Woche lang laufen lassen, wie die Weinwoche.“ Gefallen fand auch die Idee, die Feier mit dem zeitgleich im Park stattfindenden Kunstsommer zu verquicken: eine eigens anlässlich des Nerotalfestes angebotene Führung durch den Ausstellungsparcours fand regen Zulauf. Zumal gerade die jüngeren Besucher die eine oder andere Nuss zu knacken hatten: „Mama, warum steht da ein weißes Reh im Weiher?“ lautet etwa eine der Fragen, die auch nicht jeder Erwachsene beantworten konnte - macht nichts, zum Trost gab es ja Honig-Eis und Mango-Milchshakes...

