AARTALBAHN Verein sendet Hilferufe an Politik und private Retter aus
(mag). Der Vorsitzende der Nassauischen Touristik-Bahn (NTB) Marcus Giebeler schlägt Alarm: Wenn die Reparatur der Eisenbahnbrücke über die Flachstraße erst 2012 in Angriff genommen werden sollte, käme die NTB in arge Bedrängnis. Die Stadtverordnetenversammlung hatte im Februar 2010 den Bau „noch in diesem Jahr“ beschlossen. Nun kann möglicherweise nicht vor dem Sommer 2012 begonnen werden. Darauf hatte der verkehrspolitische Sprecher der Rathaus-SPD, Dennis Volk-Borowski, aufmerksam gemacht. Dass sich die Reparatur verzögert, bestätigte der Geschäftsführer von Eswe Verkehr Stefan Burghardt: „Was uns überrascht hat, ist die Länge der Planungszeit.“ Die Reparatur der Brücke dauere etwa vier Monate, die Planung eineinhalb Jahre. Aber, so Burghardt: „Wir haben den festen Willen, das zu beschleunigen. Unmittelbar nach dem Stadtverordnetenbeschluss habe man sich an die Arbeit gemacht.“
Jedoch: Ein weiteres Jahr ohne Einnahmen kann der Verein nicht durchstehen“, sagt der Vorsitzende Marcus Giebeler. Deshalb habe er die Kunde von der Verzögerung „mit großer Bestürzung“ zur Kenntnis genommen. Wenn keiner helfe, drohe dem Verein der Konkurs.
Seit dem Lkw-Unfall vom November vergangenen Jahres kann die NTB wieder einmal keine Züge mehr auf die Aartalbahn schicken. Ein ähnlicher Unfall hatte sich bereits im Jahr 2005 ereignet. Schon damals musste man eineneineinhalb Jahre lang Stillstand verkraften, was einen großen Teil der finanziellen Reserven verschlang.
„Unsere Ersparnisse reichen nur noch bis zum Frühjahr 2011“, sagt Giebeler, der nun an alle Beteiligten appelliert, den Verein nicht ausbluten zu lassen. „Wenn uns keiner unterstützt, bleibt nur noch der Gang zum Insolvenzrichter.“ Die Aartalbahn nimmt im Ranking der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Hessen Rang vier ein. 1987 kam sie unter Denkmalschutz.


Wo bleibt die städtische Weitsicht
Zu einem geht es hier um die super Arbeit der vielen freiwilligen Helfer der Aartalbahn, aber die Verantwortlichen der Stadt sollten an die Werbung und den Verlust der Anziehungskraft für die Stadt Wiesbaden denken. Besucher die durch die Aartalbahn in die Stadt gelockt werden, bringen Umsatz für die Gastronomie und den städtischen Einzelhandel. Hier sollte nicht nur der Fokus auf eine Sache gelegt werden, sondern auf die Tragweite des Verlustes dieses Anziehungspunktes für die gesamte Stadt Wiesbaden. Jeder Euro Umsatz der in der Stadt generiert wird, bringt der Stadt auch Steuereinnahmen. Es gibt andere Gemeinden, die sich für so einen Anziehungspunkt die Beine ausreißen würden.