Die Qual der Präsidenten-Wahl
08.06.2010 - WIESBADEN
Von Christoph Cuntz
BUNDESVERSAMMLUNG Was Wahlmänner von CDU und FDP vom 30. Juni erwarten
Und damit ist auch schon gesagt, für wen sich Klee entscheiden wird: „Die Wahl fällt mir nicht schwer, ich wähle den Kandidaten der CDU“. Obwohl er Gauck als „honorigen Mann und hervorragende Persönlichkeit“ schätzt. Und Wulff eher für den „politischen Kandidaten“ hält. Klee wird Wulff wählen, auch wenn er sich eine Kandidatin gewünscht hätte: Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Die wäre die „mutigere Entscheidung“ gewesen. Und Horst Klee präferiert ohnehin starke Frauen. „Das ist bekannt“, sagt er.
Von Klaus-Peter Willsch, CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, ist bekannt, dass er auch gegen seine eigene Fraktion stimmt: Zuletzt im Mai, als es um den Euro-Rettungsschirm ging. Am 30. Juni in der Bundesversammlung aber will sich Willsch einreihen. „Ich werde Christian Wulff wählen“, sagt er. Wulff habe als langjähriger Ministerpräsident viel Vertrauen und Sympathie erworben und werde mit seiner Erfahrung dem medialen Druck standhalten können.
Dabei macht der CDU-Angeordnete keinen Hehl daraus, dass er Gauck hätte wählen können, wenn er von CDU und FDP nominiert worden wäre. „Ich habe Gauck als kompetenten und menschlich angenehmen Gesprächspartner kennengelernt“. Der nun allerdings als Bewerber von Rot-Grün als „Zählkandidat der Opposition instrumentalisiert wird“.
Willsch prognostiziert, Wulff werde im ersten Wahlgang gewählt. Und wenn Wulff scheitert? „Dann wäre Joachim Gauck Bundespräsident“. Aber dies, so sein Nachsatz, „wird nach meiner festen Überzeugung nicht eintreten“.
Diplomatisch antwortet Familienministerin Kristina Schröder. Ob Gauck oder Wulff? „Wir können stolz darauf sein, zwei so gute Kanidaten für das höchste Amt im Staat zu haben“. Ihr Kandidat aber ist Christian Wulff, so die Abgeordnete. „Er repräsentiert die Zukunft“. Und Ursula von der Leyen? Die sei unverzichtbar. Als Arbeitsministerin.
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