Donnerstag, 02. September 2010 23:47 Uhr
URL: http://www.wiesbadener-kurier.de/region/wiesbaden/meldungen/8995227.htm

Wiesbadener Kurier

Donnerstag, 02. September 2010 23:47 Uhr
Seite drucken
Suche




Inhalt Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zur rechten Spalte
Wiesbaden 

Die Qual der Präsidenten-Wahl

08.06.2010 - WIESBADEN

Von Christoph Cuntz

BUNDESVERSAMMLUNG Was Wahlmänner von CDU und FDP vom 30. Juni erwarten


Ob denn der Kandidat des Bürgerlichen Lagers, Christian Wulff, tatsächlich zum neuen Bundespräsidenten gewählt wird: Trotz einer satten Mehrheit in der Bundesversammlung ist das ungewiss geworden, weil SPD und Grüne mit Joachim Gauck einen allseits geachteten Kandidaten nominiert haben. Selbst führende FDP-Politiker sind plötzlich unentschieden. Wulff oder Gauck: „Beide sind wählbar“, sagt Wolfgang Gerhardt, Bundestagsabgeordneter aus Wiesbaden, langjähriger Bundesvorsitzender der Liberalen und heute Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Wolfgang Gerhardt will erst von beiden Kandidaten ein Bild gewinnen, bevor er sich entscheidet. „Einfach wird die Sache nicht“. Wulff hält er für einen „respektablen Kandidaten und verantwortungsbewussten Politiker“. Gauck schätzt er als „freiheitlich gesinnten Mann mit Charakter“, der „zweifellos das Amt des Bundespräsidenten prägen kann“.

Ob Wulff zum Bundespräsidenten gewählt wird: „Das scheint zu einer Frage des Zusammenhalts der Koalition zu werden“, sagt Gerhardt. Der niedersächsische Ministerpräsident werde „so einfach nicht durchgewunken“. Zumal die FDP in den vergangenen Tagen und Wochen viele Rückschläge in zentralen Themen hat einstecken müssen. Gerhardt nennt die Steuer- und die Gesundheitspolitik: Die Koalitionspartner von CDU und CSU hätten sich an getroffene Vereinbarungen nicht gehalten. „Da kann man nicht erwarten, dass man ihren Kandidaten unterstützt“. Und so wird Gerhardt seine Entscheidung in der Bundesversammlung wohl auch abhängig machen vom weiteren Verhalten der Koalitionspartner CDU und CSU.

Anders als Wolfgang Ger-hardt will Florian Rentsch, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion, die Wahl des Bundespräsidenten nicht an die Tagespolitik knüpfen. Der Wiesbadener Landtagsabgeordnete wird wohl einer von acht hessischen Liberalen sein, die am 15. Juni vom Landtag für die Bundesversammlung nominiert werden.

Rentsch hält Joachim Gauck zwar für einen sehr profilierten Kandidaten, der viel Sympathien auf seiner Seite hat. Ihm gegenüber steht Wulff, der ein junger Präsident wäre. Als „ruhig und ausgeglichen“ beschreibt ihn Rentsch. Für ihn mithin „ein geeigneter Kandidat, dem man seine Stimme geben kann“.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende sieht die Bundesregierung derzeit in einer kritischen Lage. Zu denken gibt ihm vor allem, dass die Protagonisten des bürgerlichen Lagers noch nicht mit einer Stimme sprechen. Misslinge nun die Wahl Wulffs zum Präsidenten, wäre die Regierung „erheblich beschädigt“.

Horst Klee, CDU-Landtagsabgeordneter aus Wiesbaden, wird nach Lage der Dinge abermals Mitglied der Bundesversammlung sein. Zwar könnte die hessische CDU, auf deren Ticket 18 Wahlfrauen und -männer nach Berlin fahren, auch Künstler, Sportler und Prominente benennen. Michael Herrmann etwa, Leiter des Rheingau-Musik-Festivals, war 1999 als Wahlmann in Berlin nominiert, von der SPD. Klee glaubt aber nicht, dass solche „Seiteneinsteiger“ dieses Mal zum Zuge kommen. Für die Bundesversammlung nominiert würden nur solche, „auf die hundertprozentig Verlass ist“.

Diesen Artikel ...

Normale Schrift Große Schrift Sehr große Schrift Schriftgröße

1 Kommentar(e) vorhanden

Lesezeichen anlegen bei ...

  • Favoriten
  • Mr. Wong
  • Del.icio.us
  • Linkarena
  • Digg
  • Webnews
  • Alltagz
  • Google
  • Yahoo

08.06.2010 Dieser Kommentator ist bei uns nicht registriert.

Lehre aus Köhlers Abgang ziehen

Auch wenn Gauck eine tolle Persönlichkeit ist sollte man eines nicht vergessen: durch seine Position an der Spitze der Gauck-Behörde hat einer keineswegs mehr politische Erfahrung gesammelt als Horst Köhler bei seinen früheren Tätigkeiten.

Und dessen unwürdiger Abgang in die Schmollecke sollte den Mitgliedern der Bundesversammlung eine Warnung sein, wieder jemanden zu wählen, der nie an forderster politischer Front stand! Es wäre fatal wenn wir wieder so einen Bauplatscher mit dem nächsten Bundespräsidenten machen würden - und die Gefahr bestünde (zumal Gauck sich nie durch rethorische Glanzleistungen hervorgetan hat).

Ganz nebenbei ist es schon schlimm genug dass Bundespräsidenten mindestens 40 Jahre alt sein müssen. Da muss man nicht auch noch jemanden mit über 70 nehmen. Gerade in Zeiten von riesigen Schuldenbergen ist da ein jüngerer Kandidat wie Wulf das bessere Zeichen!

Bitte loggen Sie sich ein, um einen Kommentar zu diesem Artikel zu verfassen. Bitte registrieren Sie sich, wir wollen nach Möglichkeit keine anonymen Kommentare veröffentlichen. Die Redaktion sichtet jeden Kommentar und entscheidet, ob der Leserkommentar freigeschaltet wird. Beleidigungen, nicht nachprüfbare Behauptungen, erkennbare Unwahrheiten und/oder rassistische Andeutungen führen dazu, dass der Kommentar in jedem Fall nicht freigeschaltet wird - hier kostenlos registrieren.

... oder benutzen Sie unseren Anonym-Zugang: E-Mail-Adresse: anonym. Kennwort: anonym

Die Kommentare sind Meinungen der Verfasser.





Börse

 

Tagesgeld-Vergleich
1 Ikano Bank
2,22 %
2 Bank of Scotland
2,20 %
3 VolkswagenBank direkt
2,00 %
4 ING-Diba
1,90 %
5 Autobank
1,77 %
Laufzeit:3 Monate; Betrag 10.000 EURO
Festgeld-Vergleich
1 Autobank
2,07 %
2 Oyak Anker Bank
2,00 %
3 Ziraat-Bank
2,00 %
4 Sparda-Bank Hamburg
2,00 %
5 BKM Bausparkasse Mainz
1,76 %
Laufzeit:12 Monate; Betrag 10.000 EURO
Ratenkredit-Vergleich
1 PSD Bank Hannover
4,91 %
2 Ikano Bank
4,99 %
3 PSD Berlin-Brandenburg
5,11 %
4 Sparda-Bank West
5,11 %
5 Onlinekredit.de
5,40 %
Laufzeit:36 Monate; Betrag 10.000 EURO
Baugeld-Vergleich
1 SKG Bank
2,84 %
2 Europa
2,85 %
3 Cosmos direkt
2,88 %
4 Hypovereinsbank
2,90 %
5 Deutsche Bank
2,94 %
Laufzeit:10 Jahre; Betrag 100.000 EURO

Veranstaltungen


Wetter

Mehr Wetter

Themenabo: Denken.Lernen.Erinnern

Abstimmung

Derzeit steht die Hygiene in Krankenhäusern im Blickpunkt öffentlicher Diskussionen. Haben Sie Bedenken, sich in einem Krankenhaus behandeln zu lassen?




Videos

ESWE Versorgung

Sonderveröffentlichungen

Specials

Wiesbaden 2020

Logo zum Special "Wiesbaden 2020"

Svens Schnellschuss

Logo zum Special "Svens Schnellschuss"

Opel

opel

Kruschel

Flughafenausbau

Flughafen Frankfurt am Main

Klimawandel

Klimawandel

Druckbar

Foto: Jonny Lye/fotolia.com

14 Tage kostenlos Probelesen










Fuß Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
Ende der Seite Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
1.18718504906 Sekunden