Geschäftsidee für warme Füße
06.05.2010 - WIESBADEN
Von Moritz Aislinger
WETTBEWERB Abschluss des Projekts Business@school / Leibnizschüler auf zweitem Platz
Was war das nicht für ein Winter? Kälte, Nässe, Schnee - und das monatelang. Kaum einer, der sich nicht über "gefrorene" oder feuchte Zehen beschwerte. Bislang halfen nur mehrfach übereinander gezogene Socken oder dicke Fellschuhe, um seine Füße warm und trocken zu halten. "Damit soll nun Schluss sein", dachten sich fünf Schüler der Leibnizschule während der eisigen Temperaturen. Sie entwickelten daraufhin eine Einlegesohle mit speziellem Gel, das sich durch Reibung während des Laufens erhitzt und so die Füße warm hält. Mit dieser Idee nahmen die Elftklässler in diesem Jahr an dem Projekt Business@school teil und kamen damit sogar in die Endrunde der vier besten Teams aus der Region, die jetzt in der Leibnizschule stattfand.
Gegen mehr als 70 Gymnasien und 2000 Schüler hatten sie sich bei dem von der Unternehmensberatung Bosting Consulting Group (BCG) initiiertem Projekt durchgesetzt. Das Konzept verfolgt das Ziel, Oberstufenschüler praxisnah an Wirtschaftsthemen heranzuführen. Ein Schuljahr lang können die Pennäler in einem Drei-Phasen-Modell Einblicke in die Unternehmenswelt erhalten. "Zunächst analysierten wir einen Großkonzern, anschließend eine kleinere Firma, um Erfahrung zu sammeln", erklärt Philip Feldmann (16) von der Leibnizschule. "Zuletzt entwickelten wir dann unsere eigene Geschäftsidee - die Wärmesohle", so seine Klassenkameradin Tamara Messer (16).
Selbstständiges Arbeiten
Auf mehreren Veranstaltungen präsentierten sie ihr Vorhaben und kamen nun in die Vorschlussrunde. Unterstützt wurden sie dabei neben der BCG von einem weiteren Unternehmen, wie etwa der Lufthansa. "Ich bin sehr stolz auf unsere Jungunternehmer", so der Direktor der Leibnizschule, Jürgen Kruszynski. Jeden Freitag nach Schulschluss traf sich die Gruppe . "Wir mussten Investoren gewinnen, Produktionskosten berechnen und Material beschaffen", erläutert Philip. Auch habe man sich schon mal in die Wiesbadener Fußgängerzone gestellt und Meinungsumfragen durchgeführt. Durch das selbstständige Arbeiten lernten die Schüler "Gemeinschaftssinn, Kreativität und Selbstbewusstsein", meint Kruszynski.
Am Dienstag reichte es leider nicht ganz für den Sieg. Den fuhr eine Teilnehmergruppe der Internatsschule Schloss Hansenberg aus Geisenheim ein. Sie hatte eine wieder verschließbare Getränkedose entwickelt, mit der sie jetzt zum europäischen Finale nach München fahren darf. Für Philip jedoch kein Grund zur Trauer. Er könne das Projekt jedem nur ans Herz legen, denn "man lernt wirklich eine Menge über Wirtschaft, Organisation und sich selbst."

