08. September 2010 01:57 Uhr
URL: http://www.wiesbadener-kurier.de/region/wiesbaden/meldungen/8625436.htm

Wiesbadener Kurier

Mittwoch, 08. September 2010 01:57 Uhr
Seite drucken
Suche




Inhalt Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zur rechten Spalte
MISSBRAUCHSFALL 

Helene-Lange-Schule: Heftige Kritik von Kultusministerin Henzler an Enja Riegel

19.03.2010 - WIESBADEN

Von Christoph Risch

Enja Riegel, ehemalige Leiterin der Helene-Lange-Schule, sieht sich zunehmender Kritik ausgesetzt. Ihre Aussage, sie habe auf einen Missbrauchsfall an ihrer Schule im Jahr 1989 „vorbildlich reagiert und gezeigt, wir gucken hin“, teilt Hessens Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) nicht. Im schulpolitischen Ausschuss des Landtags, der sich mit den Missbrauchsfällen an hessischen Schulen und Internaten beschäftigte, sagte Henzler: „Die Prüfung hat ergeben, dass sich die Einschätzung von Frau Riegel mit der Aktenlage nicht deckt.“

Riegel hatte damals auf eine Anzeige verzichtet, als sie erfuhr, dass der Kunstlehrer Hajo W. vier Schüler missbraucht haben soll. Stattdessen sei der beschuldigte Lehrer suspendiert worden. Er habe die Schule verlassen und sich einer Therapie unterziehen müssen. Doch in der Personalakte des 2008 verstorbenen W. findet sich kein Hinweis auf eine Suspendierung. Auch sei W., der nach 1989 in die Lehrerfortbildung wechselte, weiterhin der Helene-Lange-Schule zugewiesen geblieben, ehe er 1997 wegen eines Auslandsaufenthaltes für vier Jahre beurlaubt wurde und anschließend an die Kerschensteinerschule, eine Berufsschule, wechselte.

Henzler: Riegel nicht entschlossen gehandelt

Henzler kritisierte, dass Riegel damals nicht entschlossen gehandelt habe, und fügte hinzu: „Sie hat noch einen erheblichen Erklärungsbedarf.“ Derzeit wird geprüft, ob gegen die ehemalige Schulleiterin wegen ihres damaligen Verhaltens disziplinarrechtliche Schritte eingeleitet werden. Sie könnten bis zur Streichung der Ruhestandsbezüge reichen.

Riegel wies den Vorwurf, sie habe 1989 nur unzureichend reagiert, zurück. Wenn sich in den Akten nichts finde, liege das daran, dass die entsprechenden Akten im Schulamt verschlampt worden seien: „Das ist doch der eigentliche Skandal.“ Stimmt nicht, so Ute Schmidt, Leiterin des Staatlichen Schulamts für Wiesbaden und den Rheingau-Taunus-Kreis. Die Personalakte von Hajo W. liege ihr vollständig vor. Von einer Suspendierung oder anderen disziplinarrechtlichen Schritten gegen den damaligen Kunstlehrer sei darin nichts zu finden. Von dem Missbrauch selbst ist ebenfalls nichts zu lesen.

Kontakt nicht komplett abgebrochen

Hajo W. hat auch nicht den Kontakt zur Helene-Lange-Schule völlig abgebrochen, wie es anfangs wohl vereinbart gewesen war. So war er als Fotograf für ein 1997 erschienenes Buch tätig, das sich mit der Schule und ihren reformpädagogischen Zielen beschäftigt.

Für „völligen Quatsch“ hält Riegel die Behauptung von ehemaligen Schülern und deren Eltern, sie habe den Fall möglichst niedrig hängen wollen, damit der gute Ruf der bundesweit als Reformschule bekannten Helene-Lange-Schule nicht leidet. Dass es nicht zur Anzeige kam, sei damals von der Schulgemeinde einvernehmlich beschlossen worden. Wenn ihr jetzt vorgeworfen werde, sie habe Druck auf die Schulgemeinde ausgeübt, dann stimme das nicht.

Gefragte Pädagogin: Enja Riegel. Archivfoto: Windolf

Enja Riegel. Archivfoto: WindolfVergrößern

Diesen Artikel ...

Normale Schrift Große Schrift Sehr große Schrift Schriftgröße

8 Kommentar(e) vorhanden

Lesezeichen anlegen bei ...

  • Favoriten
  • Mr. Wong
  • Del.icio.us
  • Linkarena
  • Digg
  • Webnews
  • Alltagz
  • Google
  • Yahoo

25.03.2010 Dieser Kommentator ist bei uns nicht registriert.

unstritten? !

??? unstritten?
Wir sollten alle nach vorne blicken basierend auf die Vergangenheit. Es hilft nichts. Frau Riegel- möge sie auch in Deutschland eine bekannte Pädagogin sein- hat einen groben, fahrlässigen Fehler gemacht...mit vielen anderen auch. DAS ist unstrittig. Das Skandal ist auch, dass es immer noch darum geht bei manchen Teilen, die Augen vor der Realität zu schliessen um lieb gewonnene "Vorbilder" nicht vor sich selbst zu demontieren.

25.03.2010 Dieser Kommentator ist bei uns nicht registriert.

Falscher Adressat

Sowohl Ministerin Henzler, als auch die Redaktion des "Kurier" sollten eigentlich wissen, dass eine Schulleiterin einen Lehrer gar nicht suspendieren kann, wie die Ministerin nun rückwirkend fordert. Dies hätte das Schulamt machen müssen. Und das wurde von Frau Riegel, und das ist mittlerweile unstrittig, sofort informiert.
Frau Riegel ist also eindeutig der falsche Adressat für die Vorwürfe.

19.03.2010 Dieser Kommentator ist bei uns nicht registriert.

Enja Riegel

Frau Riegel, die Erkenntnis von Missbrauch in Ihrem Umfeld, "Ihrer" Schule - ist Ihnen zu lange bekannt. Zu lange haben Sie geschwiegen. Ihre Erklärungen dafür erschreckend angepaßt. Jetzt erst treten Sie an die Öffentlichkeit, bekennen sich zum eigenen Wissen und Schweigen. Auch an dem von Ihnen gewählten Zeitpunkt und Zeitverlauf liegt die Fragwürdigkeit und kontroverse Diskussion um Ihrer Person. Niemand hat das Recht Ihre Fähigkeiten, Ihr Engagement zu schmälern. Aber ich vertrete die Ansicht, dass Sie jetzt einige Schritte zurücktreten sollten. Ihre Reputation und Glaubwürdigkeit ist selbstverschuldet rampuniert. Bündeln Sie Ihre Energie und Fähigkeiten und helfen Sie den Opfern. Ihre sehr persönliche Verstrickung kann ein hilfreiches Fundament für eine solche Arbeit sein.

Bitte loggen Sie sich ein, um einen Kommentar zu diesem Artikel zu verfassen. Bitte registrieren Sie sich, wir wollen nach Möglichkeit keine anonymen Kommentare veröffentlichen. Die Redaktion sichtet jeden Kommentar und entscheidet, ob der Leserkommentar freigeschaltet wird. Beleidigungen, nicht nachprüfbare Behauptungen, erkennbare Unwahrheiten und/oder rassistische Andeutungen führen dazu, dass der Kommentar in jedem Fall nicht freigeschaltet wird - hier kostenlos registrieren.

... oder benutzen Sie unseren Anonym-Zugang: E-Mail-Adresse: anonym. Kennwort: anonym

Die Kommentare sind Meinungen der Verfasser.





Börse

 

Tagesgeld-Vergleich
1 Ikano Bank
2,22 %
2 Bank of Scotland
2,20 %
3 Volkswagen-Bank direct
2,00 %
4 ING-Diba
2,00 %
5 Autobank
1,77 %
Laufzeit:3 Monate; Betrag 10.000 EURO
Festgeld-Vergleich
1 Autobank
2,07 %
2 Oyak Anker Bank
2,00 %
3 Ziraat-Bank
2,00 %
4 Sparda-Bank Hamburg
2,00 %
5 BKM Bausparkasse Mainz
1,76 %
Laufzeit:12 Monate; Betrag 10.000 EURO
Ratenkredit-Vergleich
1 PSD Bank Hannover
4,91 %
2 Ikano Bank
4,99 %
3 PSD Berlin-Brandenburg
5,11 %
4 Sparda-Bank West
5,11 %
5 Onlinekredit.de
5,40 %
Laufzeit:36 Monate; Betrag 10.000 EURO
Baugeld-Vergleich
1 Europa
2,76 %
2 Hypovereinsbank
2,95 %
3 BB-Bank
2,99 %
4 Volksbank Münster
3,04 %
5 Wüstenrot
3,05 %
Laufzeit:10 Jahre; Betrag 100.000 EURO

Wetter

Wiesbaden

Regen
11 – 13 °C
Heute
Regenschauer
14 – 17 °C
Mittwoch
Gewitter
12 – 22 °C
Donnerstag
Mehr Wetter

Themenabo: Denken.Lernen.Erinnern

Abstimmung

Würden Sie sich einen 3D-Fernseher kaufen?




Videos

ESWE Versorgung

Sonderveröffentlichungen

Specials

Wiesbaden 2020

Logo zum Special "Wiesbaden 2020"

Svens Schnellschuss

Logo zum Special "Svens Schnellschuss"

Opel

opel

Kruschel

Flughafenausbau

Flughafen Frankfurt am Main

Klimawandel

Klimawandel

Druckbar

Foto: Jonny Lye/fotolia.com

14 Tage kostenlos Probelesen










Fuß Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
Ende der Seite Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
1.50084805489 Sekunden