Von Jutta Schwiddessen
„Das ist ein sehr gutes Angebot im Hinblick auf Zeit, Geld und Sicherheit“, kommentiert Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) das aktuelle Angebot der Sparkassenversicherung zur Schadensregulierung für das Weihnachten 2007 durch Brandstiftung zerstörte Martin-Niemöller-Gymnasium.
10,535 Millionen stehen auf dem unterschriftsreifen Papier, über das eine mit ihrem Verhandlungsgeschick sichtlich zufriedene Schuldezernentin Rose-Lore Scholz (CDU) am Mittwoch informierte. Die reinen Wiederaufbaukosten der Schule hat die Stadt mit 12,943 Millionen Euro veranschlagt. Drei Millionen sind im Haushalt bereits eingestellt.
Die von der Versicherung nun angebotene Summe korrespondiert laut Müller mit einem externen Gutachten, das die Stadt im vergangenen Jahr eingeholt hatte. Ursprünglich hatte die Frage, wie viel die Versicherung von den Wiederaufbaukosten trägt, in einem Gutachterverfahren geklärt werden sollen, das allerdings bis heute ergebnislos blieb, weil beide Seiten zu weit auseinander lagen. Das Schuldezernat entschied sich – auch unter dem wachsenden Zeitdruck – zu direkten Verhandlungen mit der Versicherung.
Versicherung übernimmt auch Gutachter und Umzug
Bislang hatte diese 4,3 Millionen Euro erstattet. Mit den jetzt draufgelegten knapp 6,2 Millionen Euro übernimmt sie, so Dezernentin Scholz, auch einen Großteil der durch zusätzliche neue Standards entstehenden Wiederaufbaukosten, die Gutachterrechnung der Stadt und 35.000 Euro Umzugskosten.
Kostenneutral kommt die Stadt aus dem Brand zwar nicht heraus. Insgesamt dürften vier bis viereinhalb Millionen Euro an ihr hängen bleiben, doch der Großteil davon sind laut Oberbürgermeister Müller Kosten, die – wenn die Schule nicht abgebrannt wäre – ohnedies wegen anstehender Sanierungen angefallen wären.
Übrig bleiben allerdings noch die Beträge für die Anmietung der Ersatzräume, von Containern und anderen Zusatzeinrichtung für die Aufrechterhaltung des provisorischen Schulbetriebes in Räumen auf dem Rotaprintgelände. Im Herbst 2011, so die bisherige Planung, sollen die Niemöller-Schüler wieder in ihre wiederaufgebaute Schule zurückkehren können.
„Jetzt liegen alle Kosten auf dem Tisch“
„Jetzt liegen alle Kosten auf dem Tisch. Wenn Magistrat und Stadtverordnetenversammlung der Einigung folgen, steht einem nunmehr schnellen Wiederaufbau der Niemöller-Schule nichts mehr im Wege“, betonten Scholz und Müller, die überzeugt sind, bei den Verhandlungen ein optimales Ergebnis erreicht zu haben.
„Längere Unsicherheit und ein längeres Verfahren mit ungewissem Ausgang sind nicht mehr zumutbar“, plädierte Müller für die Annahme des „kulanten Angebots“ der Sparkassenversicherung, auf das er nach seinen Worten bei der Aufstellung des Haushaltes nicht zu hoffen gewagt hätte.
Das Großfeuer an der Martin-Niemöller-Schule war entstanden, weil ein Schüler bei einem Einbruch am 23. Dezember 2007 seine Schulakte hatte verbrennen wollen. Ein Jugendschöffengericht verurteilte ihn im Dezember 2008 deshalb wegen fahrlässiger Brandstiftung zu einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe von einem Jahr und vier Monaten und 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

