Von Kerstin Prosch
NEUBAU An der Schulze-Delitzsch-Schule wird nun Gebäude für vier Millionen Euro errichtet
Schuldezernentin Rose-Lore Scholz (CDU) ist erleichtert. "Ich sage ihnen ganz ehrlich: Ich bin heilfroh, dass wir heute gemeinsam den Spatenstich für den Ersatzbau des E-Baus der Schulze-Delitzsch-Schule feiern", betonte sie gestern.
Kein Cent mehr
Denn mehrfach habe sie in den vergangenen Monaten Zweifel gehabt, dass das Budget vielleicht doch nicht ausreichen könnte. Von den Ideen des Architekturbüros sei sie zwar von Anfang an begeistert gewesen, habe aber zugleich gewarnt: "Vier Millionen Euro und keinen Cent mehr." Das Geld fließt im Rahmen des Konjunkturprogramms, wie Hochbau- und Umweltdezernentin Rita Thies (Grüne) erklärte. Ihrer Auskunft nach habe sich herauskristallisiert, dass ein Neubau sinnvoller ist als eine Sanierung des E-Baus, der "energetisch nicht auf dem neuesten Stand ist". Das neue Haus mit drei Etagen soll bis Anfang 2011 fertig sein und 15 Klassenräumen Platz bieten. Bei Bedarf bestehe die Möglichkeit, Trennwände einzuziehen und so die Zahl der Räume zu erhöhen. Bei dem Neubau handele es sich um ein Passivhaus.
"Eine tolle Sache", schwärmte die Politikerin und verwies auf die Einsparpotenziale beim Energieverbrauch. Natürlich trage eine solche Bauweise auch dem Charakter der Schulze-Delitzsch-Schule als Umweltschule Rechnung, wie neben Thies auch Schulleiter Rainer Strack unterstrich. Er wies darauf hin, dass nach der Fertigstellung des Neubaus die Gebäude der Schule aus der Vogelperspektive betrachtet ein großes "S" bilden. "S" stehe natürlich für "Schule", aber auch für "Solidarität" und für "soziales Miteinander", wie es von der Schulgemeinde gepflegt werde. "Das S steht aber auch für Schutz der Umwelt", erläuterte er. Die Schule versucht bekanntlich, in vielen Projekten, Ökonomie und Ökologie miteinander zu verbinden.
Stellt sich natürlich noch die Frage was nach dem Umzug mit dem E-Bau passiert. Die Schuldezernentin will das alte Gebäude übergangsweise von verschiedenen Schulen nutzen lassen, auch um die Raumnot im Zusammenhang mit G8 und G9 zu mildern. Danach soll der Abriss erfolgen. Auf der freien Fläche könnte dann ein gemeinsamer Campus der Kaufmännischen Berufsschulen Wiesbadens und der Schulze-Delitzsch-Schule entstehen. Laut Strack "kann aber auch an die Umwandlung in ein Parkhaus mit begrüntem Dach gedacht werden." Doch das ist Zukunftsmusik. Zunächst wurde gestern zum Spatenstich geschritten. Ortsvorsteher Andreas Knüttel hat sich fast schon daran gewöhnt, dass in seinem Stadtteil der Startschuss für irgendein Projekt erfolgt. Schließlich seien dank des Konjunkturpakets in diesem Jahr einige Maßnahmen angegangen worden.

