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Wiesbaden 

Scheinwerfer statt Sternenlicht?

15.10.2009 - WIESBADEN

Von Jutta Schwiddessen

PROTEST Geplanter Edeka-Markt stört Sternwarte

Anlieger der Virchowstraße haben bereits ihren Unmut über einen an der Bierstadter Höhe - in einem Grünzug hinter der Aral-Tankstelle - geplanten Edekamarkt kundgetan. Sie sehen ihn als ökologische Sünde an. Jetzt erhebt auch die Astronomische Gesellschaft "Urania", die auf einem Gebäude der Niemöller-Schule eine Volkssternwarte betreibt, Einspruch gegen den Supermarkt, denn ein dunkler Himmel ist für sie unabdingbar.

Erst ein Schallgutachten

"Durch Werbung, Parkplatzbeleuchtung und Autoscheinwerfer entstehen aber zwangsläufig störende Lichtquellen, die die astronomische Beobachtung beeinträchtigen", heißt es in einem Brief der "Urania" an Oberbürgermeister Helmut Müller. Urania-Vorstandsmitglied Horst Schneider verweist auf "einen Volksbildungsauftrag" und 2000 Sternwartenbesucher pro Jahr. Zudem veranstalte die Volkshochschule dort Astronomiekurse. Die Existenz der Sternwarte an eben diesem Standort sei wegen der "stadtnahen und dennoch dunklen Lage unabdingbar".

Wie berichtet, hat Edeka den größten Teil des rund 6000 Quadratmeter großen Geländes von der städtischen Gesellschaft Eswe-Versorgung gekauft, die dort schon eine Option auf eine Umspannanlage hatte. Edeka vereinbarte allerdings eine Rücktrittsklausel, falls keine Baugenehmigung erfolgt.

Zur Zeit ist das mögliche Supermarktgelände in spe, für das Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel (CDU) aufgrund eines Nahversorgungsdefizits großen Bedarf sieht, als landwirtschaftliche Fläche und Grünfläche ausgewiesen. Im Stadtplanungsamt arbeitet man an der Änderung des Flächennutzungsplans und einem neuen Bebauungsplan. Im Gegensatz zu Befürchtungen der Anwohner sind laut Stadtplanungsamtschef Thomas Metz "Bereiche mit hohem ökologischem Wert von den derzeitigen Planungen nicht berührt". Die Entwürfe müssen dann die Stadtverordnetenversammlung passieren und im Rahmen der Offenlegung haben auch die Anlieger Einspruchsmöglichkeiten. Als Erstes, so Metz, werde aber ein Schallgutachten erstellt, um zu sehen, ob ein Supermarkt mit Parkplatz und zusätzlichem Verkehr für das angrenzende Wohngebiet überhaupt zumutbar ist. Das Gutachten soll bis Ende des Jahres vorliegen.

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