KUNDGEBUNG "Bündnis" demonstriert auf dem Schlossplatz
(fas). Unter dem Motto "dem Mindestlohn eine Stimme geben", hat am Samstag das "Bündnis für einen Mindestlohn" eine Kundgebung auf dem Schlossplatz veranstaltet. Mit lauten Sambarhythmen verschaffte sich das gewerkschaftsnahe Bündnis Gehör bei den Passanten und warb für die Einführung eines Mindestlohnes von 7,50 Euro die Stunde.
"Die Einführung eines Mindestlohnes ist eine Frage der Gerechtigkeit, denn Armutslöhne sind ein Verstoß gegen die Menschenwürde", rief Jürgen Bothner, Landesbezirksleiter der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, den Anwesenden zu. Es sei ein schändlicher Zustand, dass in einem der reichsten Länder der Welt, Armut trotz Arbeit existiere. "Ohne gesetzliche Untergrenze bei der Entlohnung geht es nicht mehr. Ohne eine solche Auffanglinie werden Armut und Ungerechtigkeit nur verstärkt", so Bothner. Ein Mindestlohn von 7,50 Euro dürfe aber nur die unterste Grenze sein, die nach einer Einführung rasch auf neun Euro angehoben werden solle.
Für weitere Anhebung
Den Unionsparteien und der FDP warf er Doppelzüngigkeit vor, denn einerseits beharrten beide Parteien immer wieder auf der Tarifautonomie, andererseits hätten sie in der Vergangenheit immer wieder den zu starken Einfluss der Gewerkschaften beklagt. Deshalb gelte es am 27. September, dem Tag der Bundestagswahl, seine Stimme für den Mindestlohn abzugeben.
Vor und nach Bothners Redebeitrag sorgte eine Trommelgruppe mit ihren Sambarhythmen für südamerikanisches Flair auf dem Schlossplatz, während Vertreter des Bündnisses mit "Mindestlohn-Wahlurnen" über den Platz liefen und die Passanten aufforderten, ihre Stimme für den Mindestlohn abzugeben. Eine der Ersten, die ihre Stimme für den Mindestlohn abgab, war Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), die auf dem Weg zum SPD-Wahlstand am Mauritiusplatz war.
Dem "Bündnis für einen Mindestlohn" gehören die Dienstleitungsgewerkschaft Verdi-Hessen, die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt, die Diakonie in Hessen und Nassau, die Landesseniorenvertretung Hessen, die Arbeiterwohlfahrt sowie der Sozialverband VdK an.

