Von Kathrin Handschuh
BÜRGERFRAGETAG Dezernenten nicht sehr gefordert
Ein wenig mehr Zuspruch hatten sich die Dezernenten doch erhofft: Gerade mal ein Dutzend Besucher kam zum Bürgerfragetag ins Rathaus, um sich über den Bürgerhaushalt zu informieren, der, wie berichtet, neu eingeführt worden ist. Oberbürgermeister Helmut Müller sowie die Dezernenten Detlev Bendel und Professor Joachim Pös standen den Interessierten rund zwei Stunden Rede und Antwort. Danach stellten sich die Mitarbeiter der einzelnen Fachbereiche für Gespräch zur Verfügung. Von 16 bis 21 Uhr warteten sie geduldig auf Bürger.
"Die Resonanz ist schon schwach", bedauerte Heike Zieren-Hesse, Leiterin des Hauptamtes. "Wahrscheinlich sind die Themen Umwelt und Schule gefragter", versuchte sie das mangelnde Besucherinteresse zu erklären. Sie ging davon aus, dass beim Gespräch mit den Dezernentinnen Rose-Lore Scholz und Rita Thies mehr los sein werde. Und sie hatte Recht: Ein Ehepaar wollte sich über den Neubau einer Schulturnhalle an der Hesslocher Straße in Kloppenheim informieren. Zum Auftakt der Befragungsrunde ging es in erster Linie um Themen aus dem Bau- oder Sportbereich. Ein anderer Besucher interessierte sich vor allem für den geplanten Kunstrasenplatz in Klarenthal. "Ich bin gespannt, ob das Projekt tatsächlich realisiert wird", sagte er. Sportamtsleiter Karsten Schütze erklärte ihm ausführlich die Pläne.
Den Termin für die Befragungstage hält Heike Zieren-Hesse trotz der Ferien für gut gewählt. "Bei den Abstimmungen zum Bürgerhaushalt ist jetzt Halbzeit." Bis Freitag, 31. Juli, können Wiesbadener abstimmen, welche Maßnahmen in ihrem Stadtteil sie im Doppelhaushalt gerne umgesetzt sehen wollen. Dabei geben die jeweiligen Ortsbeiräte je fünf Forderungen vor. Im Rathaus wollten so manche Besucher einfach nur die Gelegenheit nutzen, mal in Ruhe mit den Politikern zu plaudern. Ob es um Weingüter in Schierstein ging, die geplante ICE-Trasse an der Wallauer Spange oder die Verlegung von Flüsterasphalt im Stadtgebiet .

