Von Anja Baumgart-Pietsch
PROJEKT Der Verein Usos eröffnet neue Räume in Biebrich
"Umfassende sozioökonomische Stärkung", kurz Usos - dahinter verbirgt sich ein neues Biebricher Projekt, das bereits im Westend unter Federführung von "Kubis" zugunsten jugendlicher Migranten gearbeitet hat. Mit der offiziellen Eröffnung des Büros in der Armenruhstraße 24 fiel nun der Startschuss für die Usos-Aktivitäten im Stadtteil am Rhein mit hohem Migrantenanteil.
Hier möchte Projektkoordinatorin Janet Yalaza ansetzen, die bereits sehr gut in Biebrich bekannt ist. Die Marketing-Ökonomin hat einen guten Überblick über die Probleme und Wünsche der Migranten und weiß, warum sich noch viele Betriebe davor scheuen, zum offiziellen Ausbildungsbetrieb zu werden. "Selbstständige Geschäftsinhaber mit Migrationshintergrund setzen traditionell bis jetzt lieber angelernte Hilfskräfte ein", beschreibt sie. Ihnen müsse klar gemacht werden, dass es viele Vorteile habe, Auszubildende einzustellen. Bei der Überwindung bürokratischer Hürden hilft Usos - zum Beispiel dabei, festzustellen, ob ein Betrieb überhaupt die Ausbildungseignung erlangen kann. Nicht in jedem Fall wird nämlich eine Meisterprüfung benötigt, oder es gibt die Möglichkeit eines Ausbildungsverbundes. In enger Zusammenarbeit mit der IHK und der Handwerkskammer können Einzelfälle überprüft und geklärt werden. Das Projekt, das von Stadt und Land Hessen finanziert wird, ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. In unzähligen Gesprächen hat Yalaza die Lage ausgelotet, wobei ihr ihre Sprachkenntnisse in Türkisch, Griechisch und Arabisch zugute kommen. So hat sie beispielsweise festgestellt, dass mangelnde Deutschkenntnisse eines der Hemmnisse sind, Auszubildende einzustellen - hier kann sie beratend tätig werden. Ebenso spricht sie Eltern jugendlicher Migranten an, um sich deren Unterstützung gewiss zu werden.
Projekt an Riehl-Schule
Auch an der Riehl-Schule hat sich Usos bereits vorgestellt. Das Ziel von Janet Yalaza und ihrer Mitarbeiter ist, möglichst viele Jugendliche mit Migrationshintergrund in ein Ausbildungsverhältnis zu vermitteln und die entsprechenden Betriebe davon zu überzeugen, wie wichtig es ist, Jugendliche auszubilden und auf diese Weise sdie heimische Wirtschaft zu stärken und die Integration zu fördern. Bei der kleinen Eröffnungsfeier waren neben Ortsbeiratsmitgliedern auch Vertreter der an der Finanzierung des Projektes beteiligten städtischen Ämter für Wirtschaft und Liegenschaften sowie für Einwohner und Integration und der Stadtentwicklungsgesellschaft zugegen.

