Von Patrick Körber
Am kommenden Montag und Dienstag werden 26 von insgesamt 35 Wiesbadener Kindertagesstätten geschlossen bleiben. Die Erzieherinnen und Erzieher der städtischen Einrichtungen streiken bundesweit für einen neuen Gesundheitstarifvertrag. In Hessen sind hauptsächlich Frankfurt und Wiesbaden betroffen. Im Rheingau-Taunus-Kreis wird es nach Angaben der Gewerkschaft Verdi keinen Arbeitskampf geben.
Dennoch müssten die Eltern nicht besorgt sein, keine Betreuung für ihr Kind zu haben, verspricht Frank Betz, Leiter des Amts für Soziale Arbeit. An neun Kitas richtet die Stadt Wiesbaden einen Notbetrieb ein. Am Dienstag werden laut Gerhard Abendschein von Verdi Hessen außerdem die städtischen Mitarbeiter der Sozial- und Erziehungsdienste in den Ausstand treten. Dazu zählen etwa Bezirkssozialarbeiter, Jugendpfleger und Schulsozialarbeiter. Sie werden zum Teil an einer Demonstration in Frankfurt teilnehmen.
"Streiks können auch länger dauern"
Mit dem Streik wolle Verdi erreichen, dass sich der Kommunale Arbeitgeberverband bewegt. Laut Verdi sind die Verhandlungen um einen neuen Gesundheitstarifvertrag am 30. April gescheitert. Sollte der Arbeitgeberverband keine Gesprächsbereitschaft signalisieren, “könnte es die Woche darauf mit dem Ausstand weitergehen", kündigt Abendschein an. “Diese Streiks könnten dann auch länger dauern."
Der Verdi-Vertreter räumt ein, dass die Erzieher deutschlandweit für eine “abstrakte Regelung" im Tarifvertrag kämpften. So soll der sogenannte Gesundheitstarifvertrag individuelle Rechtsansprüche zur betrieblichen Gesundheitsförderung festschreiben. Die Erzieherinnen und Erzieher klagen etwa über Stress und eine hohe Lärmbelastung. Zwar fordert Verdi auch eine höhere Besoldung der Erzieher, aber “die Lohnfrage ist nicht Gegenstand des Arbeitskampfes", so Abendschein. Die Besoldung sei deshalb noch ausgeklammert, weil der bestehende Tarifvertrag noch nicht gekündigt worden sei. Das auch schwierig, weil von der Kündigung auch zahlreiche andere Berufsgruppen betroffen wären.

