Von Stefan Weiller
AFRIKA-AKTION Gundula Gause wirbt für Hilfsprojekt
Fernsehmoderatorin Gundula Gause ist es gewohnt, schlechte Nachrichten zu überbringen. Und auch bei ihrem Besuch auf dem Dernschen Gelände, bei dem sie auf das bundesweite Hilfsprojekt "Dein Tag für Afrika" aufmerksam machen wollte, hatte sie zunächst keine guten Nachrichten im Gepäck. "Hohe Aids-Raten, Waisenkinder, existenzielle Not - in den Slums von Afrika könnte man verzweifeln", sagt sie. Bei Besuchen in Kenia und Südafrika hat sich die ZDF-Moderatorin selbst ein Bild vom Elend auf dem Schwarzen Kontinent gemacht.
Einfaches Prinzip
"Wir müssen etwas tun. Und wir können es", sagte Gundula Gause gestern vor einer neunten Schulklasse der Wiesbadener Werner-von-Siemens-Realschule. 28 Schüler hatten sich auf den Weg zum Dernschen Gelände gemacht, um sich in einem multimedialen Info-Bus der "Aktion Tagwerk" über die Sorgen in Afrika und die Möglichkeiten der Hilfe zu erkundigen.
Das Prinzip ist einfach: In jedem Schuljahr suchen sich Jugendliche ab 13 Jahre einen Praktikumsplatz für einen Tag, an dem sie gegen Bezahlung unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Der Erlös dieser Tätigkeiten wird an "Aktion Tagwerk" übermittelt, die damit gezielte Projekte fördert und mit Hilfe der Kinderhilfsorganisation "Human Help Network" vor Ort umsetzt. Jüngere Schüler, die laut Gesetz noch nicht arbeiten dürfen, können einen Flohmarkt für den guten Zweck veranstalten, oder sich für kleine Gartenarbeiten von ihren Eltern entlohnen lassen, um Spenden zu sammeln.
3 200 Teilnehmer
Schülerin Jacqueline Meixner ist zum zweiten Mal dabei. "Es ist gar nicht so leicht, einen Praktikumsplatz zu finden, weil Geschäftsleute längere Praktikumszeiten bevorzugen". Trotzdem begibt sich die 15-Jährige auf die Suche: "Uns geht es gut genug, um anderen zu helfen", sagt sie entschlossen. In diesem Jahr haben sich 27 hessische Schulen mit 3 200 Schülern angemeldet. In Deutschland warben am gestrigen Tag viele prominente Unterstützer - von Bundespräsident Horst Köhler bis zum Comedian Michael Mittermeier - für die humanitäre Aktion. "Wir hoffen auf weitere Anmeldungen", sagt Gundula Gause, die sich sehr darüber freuen würde, endlich einmal gute Nachrichten aus Afrika vermelden zu können.

