Von Franziska Kruse
Aktion "Kinder bewegen" begeistert nicht nur die kleinen Hobbysportler
Wenn es gelingt, rund 200 Kinder und ihre Eltern an einem Samstag trotz des schönsten Frühlingswetters in eine Turnhalle zu locken oder Enkel lieber Sport machen wollen, anstatt bei der Oma Kuchen zu essen, dann muss dahinter schon etwas ganz Besonderes stecken. Tat es auch! Gemeinsam mit dem Wiesbadener Leichtathletikverein lud die Geschwister-Stock-Kindertagesstätte zu einem spannenden und vor allem bewegungsintensiven Nachmittag voller Spiel und Spaß in die Sporthalle an der Wettiner Straße ein.
Zahlreiche kreative Angebote ließen sich entdecken und sorgten für außergewöhnliche Erlebnisse. Mutig sein hieß es am hohen Mattenberg, auf Geschicklichkeit und Gleichgewicht kam es beim Zielwerfen sowie im Pedalo-Parcours an und Entspannung pur gab´s beim Schaukeln oder der Massage. Wie und wie oft man sich an den einzelnen Stationen ausprobierte, spielte keine Rolle. Selbstständigkeit und Ideenreichtum waren gefragt. "Besonders stolz sind wir auf unseren ,Pikler-Parcours´, der es auch Kindern zwischen null und drei Jahren ermöglicht, in einem geschützten Bewegungsraum zu krabbeln, klettern oder zu balancieren", erklärte Monika Biberstein, die Leiterin der Geschwister-Stock-Kindertagesstätte.
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Aktion "Kinder bewegen" der deutschen Olympischen Gesellschaft statt. Bei dem bundesweit angelegten Projekt erhalten Kindertagesstätten auf mindestens drei Jahre hin personelle, finanzielle und ideelle Unterstützung. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die spielerische Förderung von Bewegung, Teamgeist und Fairness. "Wir treffen uns mittlerweile im vierten Jahr. Das ganze ist schon eine richtige Tradition geworden", freute sich Liselotte Schmitz-Meder, die Koordinatorin des Projekts beim Amt für Soziale Arbeit in der Abteilung Kindertagesstätten.
Auch Sozialdezernent Arno Goßmann und Schuldezernentin Rose-Lore Scholz, die die Veranstaltung eröffneten, zeigten sich begeistert. Für besonders gelungen hielten sie vor allem die zahlreichen Möglichkeiten, die die Eltern hatten, mit ihren Kindern etwas Aktives gemeinsam zu erleben. "Immer wenn man etwas aktiv macht, bleibt es in Erinnerung, und das wiederum lohnt sich, erzählt zu werden. Diese Erlebnisse sind innerhalb vieler Familien zu selten geworden und deshalb ist es so toll, dass man hier sieht, wie Groß und Klein zusammen Spaß an Bewegung haben", so Elke Brinker, die als Lehrerin für Bewegungs- und Kunsterziehung an der Louise-Schroeder-Schule Sozialassistentinnen und Erzieherinnen ausbildet und mit rund 20 freiwilligen Schülerinnen den Familiennachmittag unterstützte.
"Ein solches Projekt lebt allerdings nur durch den Austausch. Hier haben sich von Seiten der Stadt, der Vereine sowie der Schulen und Kindertagesstätten Partner getroffen, die von Anfang an miteinander gearbeitet haben", lobte Peter Schulte, Vorsitzender des Wiesbadener Leichtathletikvereins, und auch Professor Hans-Jürgen Portmann, Leiter der hessischen Zweigstelle der Deutschen Olympischen Gesellschaft, betonte die außerordentlich guten Bedingung für die Umsetzung sozialer Konzepte. Nicht nur er war deshalb auch der Meinung: Die Aktion "Kinder bewegen" muss auch in Zukunft fortgesetzt werden.

