Von Sabine Hochmuth
Stele vor der Helene-Lange-Schule wirbt für friedliches Miteinander
WIESBADEN. Angeregte Dialoge gab es anlässlich der Installation der "Stele der Toleranz" vor der Helene-Lange-Schule unter den Schülern und mit dem Künstler Karl-Martin Hartmann.
"Toleranz ist, wenn man jemand andere akzeptiert oder aufnimmt, egal ob er anders ist als andere oder anders aussieht oder woanders herkommt", sind sich die beiden 11-Jährigen, Hannah Nowak und Olga Eisenmann, einig. Ohne lange darüber nachzudenken, lieferten die Sechstklässlerinnen der Helene-Lange-Schule diese prägnante Definition eines Begriffes über den sich schon ganze Generationen von Geistes- und Politikwissenschaftlern, Juristen und anderer Gelehrter den Kopf zerbrachen. Auch die drei Achtklässler zögern nicht mit ihrer Antwort. "Toleranz ist, die andern zu akzeptieren, egal welche Hautfarbe, Religion oder Herkunft sie haben, seine eigene Meinung nicht über die der anderen zu stellen und sich mit Menschen, die ganz anders sind als man selbst, auszutauschen", erklären Elena Packhäuser, Arisa Purkpong und Simon Faber.
Auf die Installation der "Stele der Toleranz" des Künstlers Martin Hartmann haben sich die Schüler auch im Unterricht vorbereitet. Die Sechstklässler suchten in Gesprächen nach Beispielen zum Thema und machten sich anhand eines Rollenspiels Gedanken über das Gegenteil. Nun stehen sie vor der sechs Meter hohen mit roten Glaselementen ausgefüllten Stahl-Konstruktion, die unübersehbar vor ihrer Schule thront. Hannah und Olga haben eine Säule erwartet, runder und größer. Und obwohl sie das rote Glas und den Stahl gut finden, hätten sie ihr Kunstwerk zum Thema Toleranz bunt oder gelb gestaltet.
"Ich finde die Stele vor unserer Schule schön", meinte Mitschülerin Julia Gross. "Viele Leute sind nicht so tolerant und vielleicht hilft es ihnen, dass sie öfter daran denken und den anderen helfen und sie nicht auslachen", hofft sie. "Und, dass es dann ein bisschen mehr Frieden gibt auf der Welt" rufen einige.
Dazwischen steht, spricht, lächelt und fotografiert der Initiator des Projektes "Die Stele - Symbol für Toleranz". Seit 1994 bewegt den Wiesbadener Künstler Karl-Martin Hartmann die Idee, mit seinem künstlerischen Symbol für Toleranz ein weltweites Netzwerk zu etablieren. An sechs Orten - in Deutschland, Estland, Italien und den USA - steht sie bereits. "Geradlinigkeit" verbindet Karl-Martin Hartmann mit der Form. Und die Farbe rot stehe für viele Menschen als Zeichen des Lebens und der Liebe. Sein Wunsch und Plan ist, dass nicht nur in sämtlichen Partnerstädten Wiesbadens, sondern auch vor einer palästinensischen und israelischen Schule in Jerusalem einmal sein Symbol der Toleranz stehen wird. "Dass sich die Idee so millionenfach verbreitet wie diese Briefmarke", wünschte dem Projekt Jürgen Heller, Lehrer an der Helene-Lange-Schule, während er eine gerahmte Briefmarke mit dem Schriftzug Toleranz an den Künstler überreichte.
Informationen im Internet: www.netzwerk-toleranz.de.

