EBS-Studenten stiften Bildung
06.06.2012 - WIESBADEN
Von Maximilian Radke
EHRENAMT Bewerbungstraining für Schüler
Viele junge Menschen haben Visionen zur Verbesserung der Gesellschaft, doch nur wenige Engagierte lassen sie Wirklichkeit werden. Sebastian Peinelt und etwa 20 seiner Mitstudenten von der European Business School (EBS) setzen ihre Ideen um. Sie setzen sich ein für den Verein „Grenzenlose Bildung“, den vier von ihnen im Herbst 2011 gegründet haben.
Der Verein bietet regelmäßig kostenlose Sprachkurse und Bewerbungsworkshops an Schulen an. Die Studenten möchten Schüler auf den Einstieg in die berufliche Karriere vorbereiten und ihren Beitrag zur Verbesserung der Bildungsgesellschaft leisten. An der Elly-Heuss-Schule konnten Schüler bereits an einem Bewerbungstraining teilnehmen. Die EBS-Studenten schlüpften in die Rolle von Arbeitgebern und nahmen die Schüler ins Kreuzverhör. Einige Teilnehmer stießen bereits bei der Simulation an ihre Grenzen und stammelten unbeholfen vor sich hin.
Sebastian Peinelt, der Geschäftsführer des Vereins, berichtet, wie es ihm in seinem ersten Bewerbungsgespräch erging: „Die Aufgabe war, den Personalchef spontan von einem Thema zu begeistern. Ich habe mich ständig wiederholt und hatte das Gefühl, nicht angemessen aufzutreten.“ Solche Situationen möchten er und seine Kommilitonen anderen Bewerbern ersparen.
Wie verhalte ich mich also angemessen? Wieso muss ich auch meine Schwächen benennen? Peinelt sagt, es sei ein Versäumnis des Schulsystems, dass Themen wie „richtiges Bewerben“ nicht umfänglich behandelt werden. Diese Lücke wolle der Verein „Grenzenlose Bildung“ schließen.
„Wir sind sehr nah dran an unserer Zielgruppe“, sagt der 21-Jährige. Die Schüler würden wegen des geringen Altersunterschieds schnell Vertrauen fassen. So könnten die Studenten individuell auf jeden Teilnehmer eingehen und ihm helfen, seine akademischen und beruflichen Ziele festzulegen und umzusetzen.
Etwas zurückgeben
„Ich will der Gesellschaft etwas zurückgeben und als Vorbild tätig sein“, begründet Peinelt sein Engagement. Er selbst habe bereits eine ähnliche außerschulische Förderung genossen. Darum möchte er sein Wissen und seine Erfahrungen weitergeben. Dies geschieht auf rein freiwilliger Basis, alle Studenten arbeiten ehrenamtlich.
Bisher haben die Studenten durchweg positive Rückmeldungen erhalten. Allerdings ist die Initiative noch sehr unbekannt. Deshalb sucht der Verein momentan Schulen für eine Partnerschaft sowie finanzielle Unterstützung von Unternehmen. Peinelt betont, der Verein sei komplett unabhängig von der EBS. Sie übe keinen inhaltlichen Einfluss auf die Vereinsarbeit aus, sondern stelle lediglich Räume und Kontakte zur Verfügung.


