V. Korps der US-Armee zieht für ein Jahr nach Afghanistan und wird dann aufgelöst
11.05.2012 - WIESBADEN
Von Katja Rietze
Das V. Korps der US-Army wurde gestern auf dem Airfield in Erbenheim in den Auslandseinsatz nach Afghanistan verabschiedet. Der Großteil der etwa 750 Soldatinnen und Soldaten wird in den nächsten vier bis sechs Wochen unter dem Kommando von General James L. Terry an den Hindukusch ziehen. Die Soldaten sind Teil der Isaf, der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe unter Nato-Führung, und sollen afghanische Regierung und Sicherheitskräfte unterstützen, „nachhaltig Stabilität in der Region zu schaffen“, erklärt Terry kurz vor der Zeremonie in der neuen Sporthalle auf dem Airfield. Die Soldaten lassen etwa 1 250 Familienmitglieder in Wiesbaden zurück. Der Einsatz dauert ein Jahr.
Es ist nach jetzigem Stand der Dinge die letzte Abschiedszeremonie des V. US-Korps gewesen: Nach den von US-Präsident Barack Obama angeordneten Sparmaßnahmen und der Umstrukturierung der US-Armee in Europa wird die Truppenstärke reduziert und das Korps aufgelöst. Im Dezember 2013, sagt General James Terry, wird das V. Korps nicht mehr existieren. „Die Soldaten kehren nach ihrem Einsatz zwar nach Wiesbaden zurück, erwarten dann aber von hier aus die Versetzung an andere Standorte.“ Die etwa 750 Soldaten und ihre Familien werden Wiesbaden dann verlassen, was Terry offen bedauert. „Wir blicken auf eine lange Zeit in Deutschland zurück und werden die gute Nachbarschaft und Partnerschaft mit den Wiesbadenern immer in guter Erinnerung behalten“, betont er. Das Verhältnis zu Wiesbaden sei enorm gut.
Den Soldaten bescheinigte Terry, den letzten Abschnitt eines wichtigen Kapitels der Geschichte der USA zu schreiben. Mit Pathos, Hymne und Kanonenfeuer verabschiedete er die Truppe.
Das V. Korps ist derzeit das einzige Korps der US-Armee außerhalb der USA. Es ist seit 1951 in Deutschland stationiert, seit den 80ern in Wiesbaden. Seine Auflösung war zunächst bereits für 2009 geplant, dann aber gestrichen worden.
Erst im Januar dieses Jahres wurde der Kommandowechsel vollzogen, James L. Terry, der bereits zuvor US- und Nato-Truppen im Süden Afghanistans geführt hatte, löste Brigadegeneral Ricky D. Gibbs ab.
Auf den Standort Wiesbaden wird die Deaktivierung des V. Korps wie berichtet kaum Auswirkungen haben.


