Die Forschung trifft auf den Alltag
23.02.2012 - WIESBADEN
Von Katharina Schön
NANOTRUCK Spannende Einblicke in die Welt der winzigen Dimensionen
Er ist 16,5 Meter lang, vier Meter hoch und 37 Tonnen schwer: der nanoTruck des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der noch bis einschließlich Freitag auf dem Schlossplatz Station macht. Das eindrucksvolle Ausstellungsfahrzeug bietet Raum für kleinste Teilchen und ist Treffpunkt der sogenannten Nanowelten. So werden im Inneren des Trucks spannende Einblicke in die Nanotechnologie gegeben. Diese verbindet verschiedene technische und wissenschaftliche Disziplinen miteinander und bewegt sich in winzigen, für das menschliche Auge nicht erkennbaren Größenordnungen. So entspricht ein Nanometer einem milliardstel Meter, was in etwa 50 000 Mal kleiner ist als der Durchmesser eines menschlichen Haares.
Doch in ihrer Winzigkeit liegt die wahre Größe der Nanoteilchen: Weil ihre Strukturen andere physikalische und chemische Eigenschaften besitzen als größere Objekte aus gleichen Materialien, werden sie für Produkt- und Verfahrensverbesserungen in verschiedenen Branchen eingesetzt.
So gehört die Nanotechnologie zu den chancenreichsten Technologiefeldern der Welt. Und hält auch im Alltag verstärkt Einzug. „In vielen Haushalten befinden sich heute beispielsweise elektronische Geräte wie Telefone oder Fernseher, die durch Nanotechnologie weiterentwickelt wurden. Ebenso wird sie in der Herstellung von Autoreifen verwendet, gilt aber auch im Medizin-, Energie- oder Bauwesen als wichtige Forschungshilfe“, erklärt der Diplom-Physiker Alexander Heusel.
Großes Potenzial
Zusammen mit zwei weiteren Wissenschaftlern fährt er mit dem nanoTruck durch Deutschland und präsentiert in verschiedenen Städten die Welt der winzigen Dimensionen. „Dieser Ausstellungswagen holt die für viele Menschen noch sehr abstrakte Nanotechnologie aus den Laboren. Wir möchten zeigen, was sie ermöglicht“, so Heusel weiter.
Dass in den kleinen Teilchen großes Potenzial steckt, beweisen die rund 80 Exponate, von denen die Hälfte mittels interaktiver Medien wissenschaftliche Grundlagen der Nanotechnologie anschaulich darstellt. Zudem widmet sich der nanoTruck auch der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung. An allen drei Veranstaltungstagen werden Workshops im sogenannten Nano-Zukunftslabor angeboten, an denen angemeldete Schulklassen teilnehmen können. „Wir bauen mit den Kindern beispielsweise eine Nano-Farbstoffsolarzelle, die Strom erzeugen kann“, erläutert Heusel. So sollen die jungen Menschen für die Nanotechnologie begeistert werden, die in Zukunft sehr gute Jobperspektiven aufzeigt.

