Wiesbadener Schulze-Delitzsch-Schule ist für ökologisches Engagement ausgezeichnet
14.12.2011 - WIESBADEN
Von Nele Leubner
Lernen und Handeln für unsere Zukunft - so lautet das Motto der Auszeichnung „Umweltschule“. Als einzige Schule in Wiesbaden hat die Schulze-Delitzsch-Berufsschule sie in diesem Jahr erhalten. Zum elften Mal wurde die Auszeichnung jetzt verliehen.
Bereits mehrfach wurde die Schule für künftige Bankkaufleute und Steuerfachangestellte für ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Schulleiter Rainer Strack sieht das Thema in der Schultradition verankert. „Seit Jahren engagiert sich unsere Schule in der Umwelterziehung. Es sind viele kleine Maßnahmen, die oft Großes in den Köpfen der Schüler bewirken“, sagt der Schulleiter.
Und das lässt sich schon auf dem Schulhof erkennen: In der Mitte des Schulgeländes ist nicht die übliche graue Betontristesse, sondern ein Biotop zu sehen. Ein Versickerungsteich inmitten wuchernder Pflanzen nimmt das Regenwasser aus den Regenrinnen auf, führt es wieder dem Grundwasser zu und muss nicht aufwendig geklärt werden. „Im Sommer wohnten dort zwei Nilgänse, die unsere Schüler lautstark begrüßten“, so Strack lachend. Auf dem Dach der Schule funkeln zwei Photovoltaikanlagen und produzieren Strom. Der Förderverein der Schule hat diese vor sieben Jahren mit 130 000 Euro finanziert und installiert. Seitdem bringt der verkaufte Strom jährlich 13 000 Euro Ertrag.
100 neue Thermostate
Die Schule nimmt zudem an dem Stadtprojekt „Emmi“ teil. Engagierte Schulen sollen ihren Energieverbrauch senken und so ihre Emissionen reduzieren. Zu Beginn des kommenden Jahres liest der Hausmeister den Stromzähler ab und am Ende des Jahres wird der Verbrauch festgestellt. Ist dieser niedriger, als in anderen Jahren, wird der Schule dies von der Stadt finanziell honoriert. Aber nur vier Schulen in Wiesbaden beteiligen sich an dem Projekt. Jürgen Drieschmanns, Lehrer und Umweltbeauftragter der Schule-Delitzsch-Schule, sieht die Ursachen in den schlechten Bedingungen. „Wir bekommen keine zusätzlichen Lehrerstellen oder finanzielle Mittel, um den Mehraufwand zu bewältigen“, sagt Drieschmanns. Er koordiniere das Ganze ehrenamtlich, ebenso wie die beteiligten Schüler. Im Rahmen des Projektes bringen sie derzeit 100 neue Heizungsthermostate in den Klassenzimmern an. Für 2700 Euro hat die Schule neue Thermostate gekauft, die von Schülern programmiert werden. Jedes Klassenzimmer wird dank moderner Technik dann geheizt, wenn auch Unterricht stattfindet. „Ein enormes Einsparpotenzial ist dort vorhanden“, sagt der 59-Jährige. „Wir hoffen, dass auch andere Schulen - als Stromgroßabnehmer - dies erkennen und die Technologie ebenfalls einsetzen.“

