Wiesbaden in Zahlen am Tag der Marktforschung: Kurier präsentiert Ergebnisse
14.05.2011 - WIESBADEN / TAUNUSSTEIN
Von Manfred Gerber
Zwei Drittel aller Wiesbadener wünschen sich, dass die Aartalbahn wieder reaktiviert wird. Auch das ist ein Ergebnis der repräsentativen Umfrage, die das in Taunusstein ansässige IFAK Institut zum Tag der Marktforschung am Samstag im Auftrag der Initiative für Markt- und Sozialforschung gemeinsam mit dem Kurier durchgeführt hat. Mit dem Projekt hat das IFAK Institut gleichzeitig demonstriert, wie man mit einer Umfrage die Meinungen der Menschen ermitteln kann. Aufgegliedert nach Geschlecht, Alter und Stadtzonen werden so die Meinungen der Wiesbadener ausdifferenziert.
Frauen lärmempfindlicher
Beim Thema Aartalbahn fällt in dem umfangreichen Zahlenwerk auf: Je älter die Befragten, umso ausgeprägter der Wunsch nach einer Reaktivierung. Bei den 50- bis 59-Jährigen sind es sogar 80 Prozent. Umgekehrt ist bei den 18- bis 29-Jährigen mit 32 Prozent der Anteil der Weiß-nicht-Antworten recht hoch. Sie haben die Aartalbahn nicht mehr erlebt und konnten folglich keine Auskunft geben.
Wiesbadener Frauen sind laut IFAK Studie lärmempfindlicher als Männer: 28 Prozent fühlen sich gestört oder stark gestört. Bei den Männern sind es nur 23 Prozent. Am massivsten beeinträchtigt fühlen sich mit 35 Prozent die Bewohner im Bereich „Süd“ (Bierstadt, Südost, Erbenheim, Nordenstadt, AKK und Delkenheim). Die sind von den neuen Flugrouten am stärksten betroffen. Am wenigsten gestört fühlen sich mit 15 Prozent die Innenstadtbewohner.
Nachts unsicherer
Erwartbar war, dass sich die Wiesbadener umso unsicherer fühlen, je länger die Dunkelheit eingebrochen ist. Allerdings fühlt sich eine große Mehrheit in der Stadt „sehr sicher“ oder „ziemlich sicher“ – tagsüber 95 Prozent, abends 75 Prozent und nachts immerhin noch 65 Prozent. Doch beschleicht Frauen eher ein ungutes Gefühl als Männer, wenn sie nachts in der Stadt unterwegs sind. So gaben fast doppelt so viele Frauen – nämlich 39 Prozent – an, dass sie sich nachts unsicher fühlen. Bei den Männern sind es nur 20 Prozent.
Interessant liest sich auch die Rangliste der als am gefährlichsten eingestuften Plätze der Landeshauptstadt. An der Spitze stehen die Reisinger Anlagen mit 26 Prozent. Ihnen folgen der Kulturpark Schlachthof (15 Prozent), der Hauptbahnhof (14), die Fußgängerzone (12), das Westend (9) und Am Warmen Damm (4). In den Reisinger Anlagen fühlen sich am meisten die Innenstadtbewohner (33 Prozent) nicht ganz wohl. Mit dem Schlachthofgelände ist es kurioserweise umgekehrt. Nur 5 Prozent der Innenstadtbewohner halten das Gelände für gefährlich, hingegen sind es jeweils an die 20 Prozent in den weiter entfernten Vororten. Das Westend halten fast dreimal so viele Frauen (13 Prozent) als Männer (5) für die gefährlichste Gegend Wiesbadens. Ähnlich verhält es sich mit dem Hauptbahnhof.
Sinnlose Bußgelder?
Nicht ganz zufrieden sind die Wiesbadener laut IFAK Studie mit der Polizeipräsenz in der Innenstadt. 51 Prozent sind der Meinung, dass man sie verstärken solle. Frauen schlagen hier mit 57 Prozent stärker zu Buche als Männer (43). Aber 44 Prozent aller Befragten sagen, dass es gut so sei mit der Polizei. Gespalten sind die Wiesbadener in der Frage, ob höhere Geldbußen die Müllsünden und den Vandalismus eindämmen können. Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent glaubt, dass nicht. Nach dem Prinzip: Je jünger, desto illusionsloser, glauben die jungen Wiesbadener am wenigsten daran, dass höhere Bußgelder hier Sinn machen. Aber immerhin 47 Prozent sind der Meinung, dass höhere Geldbußen abschrecken.
Dass Wiesbadens Innenstadt-Neubauten gut ins Stadtbild passen glauben immerhin 55 Prozent, 42 Prozent bestreiten es. Hier gilt: Je jünger und je höher der Bildungsabschluss, umso höher die Zustimmung. 62 Prozent der 18- bis 29-Jährigen stimmen den Neubauten zu. Mit dem Anwohnerparken im gesamten Stadtgebiet sind insgesamt 57 Prozent zufrieden, 41 Prozent unzufrieden. Prinzip: Je älter, desto zufriedener. Und: Wer in der Innenstadt lebt, ist weit unzufriedener: 71 Prozent.

