Sie hat den Stadtsäckel gefüllt
25.03.2011 - WIESBADEN
AUSSTELLUNG Auf Umwegen kehrte die historische Spielbankkasse ins Museum zurück
(bb). Die Geschichte der Spielbank Wiesbaden beginnt bereits 1771, als der Fürst von Nassau-Usingen erstmals eine Konzession für die damals üblichen Kartenspiele erteilte. Damals wurde allerdings noch in Wirtshäusern und Herbergen gespielt. Das Roulettespiel wurde 1782 eingeführt.
1810 verlegte man die Spielbank in das neu erbaute Gesellschaftshaus. Sie lief glänzend, nicht nur für die Stadt, sondern auch für die jeweiligen Pächter, so dass viel Geld in die Kasse der Spielbank - und damit Wiesbadens - kam.
Mit der Übernahme Nassaus durch Preußen 1866 schien die Ära des Glücksspiels ein Ende zu finden, denn in Preußen herrschte ein Glückspielverbot. 1872 schloss die Spielbank endgültig. Ihre Kasse wurde ausrangiert.
Spätestens mit dem Abriss des alten Kurhauses wurde sie, wie zahlreiche andere Objekte, an Privat verkauft. Von dort gelangte sie 1938 in die Sammlung Nassauischer Altertümer, als Erinnerungsstück an eine Epoche Wiesbadens, als sich hier schon einmal Welt (und Halbwelt) am Spieltisch traf.
Wer die historische Spielbankkasse im Original sehen will, dem sei die Ausstellung „Wiesbaden und die Welt“ ans Herz gelegt, die geöffnet ist vom 25. Februar bis zum 5. Juni, jeweils dienstags , donnerstags, freitags und sonntags von 15 bis 18 Uhr sowie mittwochs und samstags von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

