23. Februar 2012 04:47 Uhr
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Wiesbaden 

Medizin für die Ohren

11.02.2011 - WIESBADEN

JUBILÄUM Radio Klinikfunk feiert seinen 25. Geburtstag in neuem Studio / Verein mit 80 Mitgliedern

(ed). „Musik hilft heilen.“ Unter diesem Motto ging Radio Klinikfunk Wiesbaden vor 25 Jahren zum ersten Mal auf Sendung und feierte das nun in kleiner Runde in seinen vier Studio-Containern im fünften Stock der Horst-Schmidt-Kliniken. Initiiert hatte diese Einrichtung Hans-Gero von Gersdorff: Er gründete den gleichnamigen Verein 1981. „Denn ich kannte den Krankenhausfunk der Bodelschwinghschen Anstalten in Bielefeld, wo ich vorher ehrenamtlich tätig war, und wollte so etwas unbedingt hier einrichten“, erklärte der Ehrenvorsitzende beim Jubiläumsfest. Nach dessen jahrelanger Standortsuche und hartnäckigem Kampf mit den Verantwortlichen landete der Sender zunächst im Keller der HSK, von wo aus er 1993 auf das Dach befördert wurde. Seitdem sorgen Ehrenamtliche aus luftiger Höhe für den Ohrenschmaus der Patienten, die sich Musik aus einem Repertoire von über 50 000 Titeln wünschen können und darüber hinaus über regionale Themen informiert werden. „Unser Ziel ist es, tagesaktuell zu berichten, unser Grundsatz, alle stark negativ besetzten Themen auszuklammern, um positive Grundgefühle zu wecken“, erläuterte Vorstandsmitglied und Moderator Jakobus Schneider, den Hörern besser als „Jack“ bekannt. Als „aktive Macher“ sind im 80-köpfigen Verein rund 25 Mitglieder tätig. Da der Sender nicht nur zur Unterhaltung der HSK-Patienten gegründet, sondern auch von Anfang an als Ausbildungsradio konzipiert worden war, können einige junge Leute von hier aus sogar den Sprung in die „große Medienwelt“ schaffen, wie mehrere Beispiele belegen. Zu jenen, die derzeit mit ihrem ehrenamtlichen Praktikum eigenen Worten zufolge „richtig glücklich“ sind, zählt Sebastian Morvilius. Er sei schwer behindert und habe dringend eine sinnvolle Beschäftigung gesucht - und gefunden, betonte der junge Mann, der gerade noch am Mikro gesessen hatte. Sebastian zeichnet sich ebenso wie der Zivlidienstleistende Marcel Werner durch etwas aus, was laut Pressesprecher Karl-Ludwig Mehl dringend erforderlich ist: „Durch Leidenschaft und Spaß am Mikrofon!“ Dass auch die „Radio Klinikfunk“-Macher Daniel Schmidt und Till Pörner genau diese Voraussetzungen mitbringen, unterstrich Achim Exner. Schon 1986 als damaliger OB bei der ersten Sendung dabei, war er zum Jubiläum in die HSK gekommen und lobte unter anderem die Arbeit dieses Moderatorenduos bei einem Spiel des VCW gegen den Schweriner SC. Sein Kommentar zum Einstand der beiden im Stadion: „Die sind’s!“ Damit sie und alle anderen in den HSK möglichst gute Bedingungen für gelungene Patientensendungen vorfinden, ermöglichte unter anderem die Spielbank, deren Geschäftsführer Thomas Freiherr von Stenglin während der Feier noch einmal symbolisch einen 2500-Euro-Scheck übergab, einen kompletten Umbau. Und obwohl Jubiläumsgast Manfred Ernst, Ortsvorsteher von Dotzheim, mit weiteren tausend Euro zur Feier kam, sind immer noch Anschaffungen wie Bürostühle, Sofa oder schnurlose Telefone erforderlich, also weitere Spenden jederzeit willkommen. Denn „um für kranke Menschen Radio zu machen“, so Schneider, „leben wir vom Ehrenamt und von Spenden.“

Das Team des HSK-Klinikfunks freut sich über das modernisierte Studio.	Foto: wita/Stotz

Das Team des HSK-Klinikfunks freut sich über das modernisierte Studio. Foto: wita/StotzVergrößern

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