Vorort auf Tour: Vertreter von Eswe Verkehr stellte sich den Fragen der Fahrgäste/Bei Problemen direkt Kontakt aufnehmen
FRAUENSTEINVon
Falk Sinß
"Das hören wir immer wieder", war einer der häufigsten Sätze, der im Gespräch zwischen Frauensteiner Bürgern und Jörg Gerhard, dem stellvertretenden Betriebsleiter der Eswe-Verkehr bei VorOrt auf Tour in Frauenstein fiel. Denn vieles, was die Frauensteiner rund um den Busverkehr der Eswe zu bemängeln hatten, ist nicht neu.
Udo Stieglitz wohnt in direkter Nachbarschaft zur Endhaltestelle der Linie 24 an der Bürgermeister-Schneider-Straße. Er klagte über massive Lärmbelästigungen durch wartende Busse, die vor allem abends und nachts die Motoren ihrer Fahrzeuge laufen ließen, solange sie in Warteposition stünden, sagte Stieglitz. "Wir kennen das Problem", sagte Gerhard. Die Dienstanweisung hierzu sei eindeutig: Der Motor habe auszubleiben. Erst kürzlich seien den Busfahrern die Anweisungen wieder mitgeteilt worden.
Tag und Uhrzeit notierenStieglitz empfahl er, sich künftig Tag und Uhrzeit zu notieren, wenn wieder einmal ein Bus mit laufendem Motor an der Haltestelle warte und dies der Eswe mitzuteilen. "Dann wissen wir, um welchen Fahrer es sich handelt. Nur dann können wir konkret dagegen vorgehen." Denn man könne nicht jedem Busfahrer einen Aufpasser zur Seite stellen.
Die jüngste Dienstanweisung haben anscheinend nicht alle Busfahrer gelesen, denn auch der Fall, den Alfred Kremer schilderte, ist eigentlich klar geregelt. Kremer kann sich nur noch mit Krücken fortbewegen. Regelmäßig hat er Schwierigkeiten, in den Bus einzusteigen, da der Einstieg so hoch sei. Viele ausländische Busfahrer senkten dann ganz automatisch den Bus ab, um ihm den Einstieg zu erleichtern. Viele deutsche Busfahrer würden das jedoch nicht machen. Und wenn Kremer sie im Bus darauf anspreche, dann bekäme er häufig eine pampige Antwort. Auch hier verwies Gerhard auf die aktuelle Dienstanweisung, die im Sommer an die Busfahrer ging. "Das Absenken des Busses auf eine Seite, um gehbehinderten Menschen den Einstieg zu erleichtern, sollte selbstverständlich sein."
Kritik an DreckEin weiterer Kritikpunkt, den Kremer anbrachte, war die Verunreinigung einiger Bushaltestellen. Er berichtete von einem Fall, bei dem ein ganzer Eimer Kartoffelsalat um das Wartehäuschen der Haltestelle an der Bürgermeister-Schneider-Straße verteilt worden sei. Es habe fünf Tage gedauert, bis die Stadt den Dreck weggeräumt habe, obwohl er ELW und die Stadt darüber informiert habe, sagte Kremer. Gerhard riet ihm, künftig direkt bei Eswe anzurufen, denn ELW habe einen Vertrag mit Eswe, der sie zur Reinigung verpflichte, sobald Eswe ihr den Auftrag dazu erteile. "Rufen Sie uns an, dann geht das schneller."
Wann das Dach der Bushaltestelle am Goethestein repariert werde, wollte Horst Sauer wissen. Seit mehr als einem Jahr sei es undicht. "Man kann sich darin duschen, wenn es regnet", sagte er. Hier hatte Gerhard Positives zu vermelden. Der Dachdecker habe sich mittlerweile den Schaden angeschaut. Es sei allerdings noch unklar, ob das Dach bloß geflickt werde oder die Haltestelle ein neues Wartehäuschen bekomme. Wie auch immer, "in diesem Herbst soll das noch gemacht werden".

