Von Elena Häffner
Großer Zulauf bei Talente-Turnier in Bleidenstadt
Zur Förderung junger Talente im Mädchenfußball fand in der neuen Soccerhalle in Bleidenstadt ein Fußballturnier für Mädchen statt. Neben Vereinsteams und Schulmannschaften hatten auch einzelne Spielerinnen die Möglichkeit, an dem Turnier teilzunehmen. "Kicken bis der Weihnachtsmann kommt", so lautet das Motto des Fußballturniers. Und wenn man die Begeisterung und den Einsatz der acht- bis 13-jährigen Mädchen auf dem Spielfeld sieht, glaubt man gerne, dass sie noch bis Weihnachten weiter spielen könnten. Seit Sommer dieses Jahres engagiert sich Andreas Meusel, Koordinator des Schulsportzentrums Rheingau-Taunus- Kreis, für die Talentförderung im Mädchenfußball. "An Mädchenfußball liegt uns viel", so Meusel, "aber leider ist diese Sportart im Untertaunus noch nicht sehr verbreitet". In vielen Vereinen gibt es keine reine Mädchenmannschaft, die weiblichen Fußballtalente müssen deshalb oft mit den Jungs in einer Mannschaft spielen. "Das wollen wir ändern", erklärt Meusel. "Mädchen sollen in Zukunft genau so einen Zugang zu Fußball haben wie Jungs". Meusel sichtet, gemeinsam mit dem Hahner Fußballlehrer Kai Hastert, junge Talente in der ganzen Region. "Wenn wir eine besonders begabte Spielerin entdecken, laden wir sie zu unserem Training nach Hahn ein", erklärt Hastert das Prinzip der Talentförderung. Zwei Mal wöchentlich treffen sich so die mittlerweile 20 Fußballerinnen aus der vierten bis sechsten Klasse zum gemeinsamen Training. Dabei ist es nicht Ziel, eine neue Mannschaft aufzubauen. "Wir sind keine Konkurrenz der Vereine, wir unterstützen sie", betont Meusel. "Wir wollen, dass die Mädchen mehr Gelegenheit zum Fußballspielen haben und so auch in ihren Vereinen besser werden". Bisher seien viele Vereine dem Programm gegenüber noch skeptisch eingestellt. "Aber durch Aktionen wie dieses Turnier hoffen wir, auf uns aufmerksam zu machen und das Vertrauen gewinnen zu können". Das Turnier war das erste dieser Art in der Region. Neben Vereinsteams konnten auch Schulmannschaften teilnehmen. Außerdem hatten auch Mädchen, die gar keinem Verein angehören, die Möglichkeit mitzuspielen. Sie wurden zu einem Team zusammengefasst und kämpften wie alle anderen um den Sieg. "Die sind alle wirklich ehrgeizig und wollen unbedingt gewinnen", erklärte ein begeisterter Vater, der seine Tochter bei jedem Ballkontakt anfeuerte. Schließlich gab es für die Gewinner auch Preise, zum Beispiel für ein Spiel von Eintracht Frankfurt. "Bei solchen Veranstaltungen wird deutlich, wie groß das Interesse an Mädchenfußball ist", freut sich Meusel. "Das Turnier war innerhalb von zehn Minuten ausgebucht". Demnächst will Meusel auch im Rheingau ein "Talentteam" eröffnen. "Im Mädchenfußball steckt unglaublich viel Potenzial, das genutzt werden muss", ist Meusel überzeugt.

