Taunussteiner Rettungshundestaffel feiert 15. Geburtstag
13.01.2012 - NEUHOF
Von Hendrik Jung
HUNDESTAFFEL DRK-Ortsverband Taunusstein existiert seit 15 Jahren / Zwei Mal pro Woche Training
Mit 15 einsatzfähigen Rettungshundeteams ist die Taunussteiner Hundestaffel die größte des Deutschen Roten Kreuzes in Hessen. Zehn weitere Hunde befinden sich in Ausbildung. Alle müssen sie zwei Mal pro Woche trainieren.
In diesem Jahr feiert die beim DRK-Ortsverband Taunusstein angesiedelte Hundestaffel ihr 15-jähriges Bestehen. In dieser Zeit hat sie an mehr als einhundert auch überregionalen Einsätzen teilgenommen. Die 19 aktiven Hundeführer stammen aus dem gesamten Kreisgebiet und auch die Übungsgelände, auf denen man sich zwei Mal pro Woche trifft, sind überall im Rheingau-Taunus verteilt. „Es gibt relativ häufig Vermisstenfälle, bei denen man mit Hunden effektiv suchen kann“, erläutert Staffelleiter Matthias Marks, warum man sich im Oktober 1997 für die Gründung der Staffel entschieden hat.
„Es gibt mittlerweile auch viele technische Möglichkeiten, Menschen zu finden, zum Beispiel Wärmebildkameras. Die sind jedoch im Wald nicht geeignet“, fügt der stellvertretende Staffelleiter, Ralf Renninghof, hinzu. Auch seien die Tiere teils effektiver als menschliche Sucher. So erinnert sich Ausbilder Andy Rasper an einen Einsatz, bei dem die Polizei die gesuchte Person nicht fand, weil sie um das Gebüsch, in dem sie sich befand, herumgegangen sei. Dem Geruchssinn des Suchhundes sei sie jedoch nicht verborgen geblieben.
Suche nach Lebenden
Grenzwertig gewesen sei indes die Suche nach dem Verursacher des Unfalls auf der A 3 Anfang November vorigen Jahres, bei dem ein Fahrer auf der Autobahn gewendet hatte und zum Geisterfahrer geworden war. „Wenn man zwischen der ICE-Strecke und der Autobahn unterwegs ist, muss ein Hund gut hören, damit das geht“, betont Ralf Renninghof. Schließlich sind die Hunde bei ihrer Arbeit zwar unter Kontrolle, laufen aber frei.
GPS-Sender helfen mittlerweile dabei, den von den Tieren abgesuchten Bereich genau zu bestimmen. Auf die Frage, welche Einsätze besonders belastend sind, erwidert Andy Rasper: „Wenn man Kinder sucht und nicht findet, und dann aus der Presse erfahren muss, dass sie tot sind“. Er erinnert an die Suche nach dem Bankierssohn Jakob von Metzler im Herbst 2002. Für die Taunussteiner Staffel seien solche Fälle letztlich gar nicht lösbar. Denn die Tiere sind ausschließlich auf die Suche nach lebenden Personen trainiert, nicht auf Leichensuche. „Die Hunde müssen sich auf fremde Menschen freuen. Das ist ihre Motivation, zu suchen“, erläutert Matthias Marks. Dazu kommt natürlich die Belohnung, etwa ein im Hundespielzeug verstecktes Leckerli.
Zu den nötigen Eigenschaften der Rettungshunde gehört, dass sie gut auf den Menschen geprägt, aber auch mit anderen Hunden sozialisiert sind, sich sicher im Gelände bewegen können und natürlich den richtigen Riecher haben. Die Rasse der Tiere spielt eigentlich keine Rolle, allerdings sollten sie nicht gerade extrem klein oder extrem groß sein. Zwei bis drei Jahre dauert die Ausbildung eines Teams, also einen Hundeführer und den Hund. „Ich wollte mit meinem Hund etwas Sinnvolles tun“, erläutert Ausbilder Andy Rasper, warum er sich ehrenamtlich engagiert.
Auch „Rentner“ halten sich fit
Vermittelt wird Gehorsam, das Begehen von Leitern sowie die Personensuche, auf der anderen Seite Erste Hilfe am Hund, Karten- und Kompasskunde sowie die „Kynologie“ genannte Hundekunde. Wenn ein Hund an seinem siebten Geburtstag seine erste Prüfung noch nicht abgelegt hat, darf er kein Rettungshund mehr werden. „Deshalb ist es um so besser, je früher mit der Ausbildung begonnen wird“, erläutert Ausbilderin Andrea Marks. Alle 18 Monate müssen die Teams die jeweilige Prüfung wiederholen. Im Alter von elf bis zwölf Jahren gehen die Hunde in Rente, weil die zwischen 20 Minuten und anderthalb Stunden langen Einsätze körperlich sehr anstrengend sind. An den Trainings, die vier bis fünf Stunden am Samstag sowie zwei bis drei Stunden am Mittwochabend dauern, nehmen sie aber weiter teil. „Das ist wie bei Hochleistungssportlern. Die können nicht von heute auf morgen runtergefahren werden“, erläutert Ralf Renninghof.

