Arbeiten an der evangelischen Kirche in Wehen verzögern sich
21.12.2011 - WEHEN
Von Mathias Gubo
Die Holzteile im Innern der evangelischen Kirche werden lackiert, Bereiche akribisch gesäubert. „Diese Arbeit kostet viel Zeit“, sagt Babette Gütter, Mitglied im Bauausschuss der Kirchengemeinde, mit Blick auf die konzentriert zu Werke gehenden Handwerker. Ihr Kollege Volker Behr ergänzt: „Bei einem alten Gemäuer wie unserer Kirche aus dem Jahr 1812 finden sich bei jeder Sanierung Überraschungen.“ Das ist auch der Grund, warum die Innensanierung nicht schon, wie eigentlich geplant, abgeschlossen ist. Weshalb die Kirchengemeinde dazu gezwungen ist, an Weihnachten ganz neue Wege zu gehen.
Die Liederhefte und der Schmuck für die Christbäume sind in Wiesbaden eingelagert, erzählt Sabine Schmidt, die Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Da passt es eigentlich ganz gut, dass die evangelische Kirchengemeinde ihren Heiligabend Gottesdienst im Hof des Wehener Schlosses feiern wird. Um 17 Uhr wird es dort einen „Gottesdienst für alle Generationen geben“, so Pfarrerin Ingrid Wächter. Die Gemeinde wird sich um die Bühne im Schlosshof versammeln, Konfirmanden werden Kerzen in Bechern und Liederzettel für den etwa 40-minütigen Gottesdienst mit Krippenspiel austeilen. Auch der Singkreis und die Folkband der Gemeinde werden ihren Teil dazu beitragen.
Finanzierung steht
Seit Ostern läuft die Innensanierung der Kirche, die bis zum Advent abgeschlossen sein sollte. Doch dann stellte sich heraus, dass die Abstützung der Emporen nachgebessert werden musste, ein Grund für den Zeitverzug. Oberhalb der Emporen blieb der alte Putz, nur die alte Farbe wurde entfernt. Dabei stellte man dann fest, dass das ursprünglich vorgesehene System aus zwei dünnen Deckputzschichten und dem eigentlichen Farbanstrich auf dem alten Putz nicht genügend Halt fand. Lange musste nach einer Lösung gesucht werden. Dann viel auch noch die Steuerung der Heizung aus. Noch fehlen auch die Beleuchtung und die Tontechnik.
Nun sollen die Arbeiten in der Kirche nun bis Ende Februar abgeschlossen sein. Ein Umstand, mit dem die in Sachen Sanierung inzwischen erfahrene Gemeinde umgehen kann. Immerhin wurde ihr Gotteshaus im vergangenen Jahr schon außen saniert. 280 000 Euro hat diese Maßnahme gekostet. Für die Innensanierung fallen noch einmal 345 000 Euro an. Die evangelische Landeskirche übernimmt davon 65 Prozent, an der Wehener Gemeinde bleiben 119 000 Euro hängen. „Wir liegen gut im Finanzierungsplan“, sagt dazu Kirchenvorsteherin Sabine Schmidt. Die ins Leben gerufene Spendenaktion „Kirche erhalten - Zukunft gestalten“ laufe sehr erfolgreich.
Während der Sanierungsarbeiten finden die Gottesdienste im evangelischen Gemeindehaus statt. Dort herrsche ein ganz anderes Gemeinschaftsgefühl, freut sich Pfarrerin Wächter, „man rückt enger zusammen“. Doch bei einem Familiengottesdienst mit 130 Besuchern stoße man an Grenzen. Deshalb feierte die Gemeinde den Erntedankgottesdienst auf dem Bauernhof der Familie Hertling, zum Ewigkeitssonntag war man Gast in der katholischen Kirche in Wehen. „Doch an Weihnachten wird alles ganz anders“, kündigt Ingrid Wächter an. Statt drei Gottesdiensten an Heiligabend wird es nur einen Gottesdienst um 17 Uhr im Schlosshof geben. Am 25. und 26. Dezember wird dann jeweils um 10 Uhr wieder ein Gottesdienst im evangelischen Gemeindehaus gefeiert.

