Die Helden von gestern und morgen
19.09.2011 - GEORGENBORN
Von Kerstin Prosch
GEBURTSTAG Freiwillige Feuerwehr Georgenborn feiert hundertjähriges Bestehen / Ausstellung beleuchtet Vereinsgeschichte
100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Georgenborn - das Jubiläum ist am Wochenende groß gefeiert worden. „Sie sind eine der ältesten Feuerwehren im Kreis“, sagte Landrat Burkhard Albers (SPD). In den vergangenen Jahrzehnten seien von den Kameraden eine Vielzahl sowohl technischer als auch administrativer Veränderungen zu meistern gewesen. Der Landrat räumte ein, dass dies nicht immer einfach war. Trotzdem sei die Feuerwehr bei Bränden, Unfällen oder nach Unwettern immer da gewesen. „Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Lebens“.
Ihren Dank und ihre Hochachtung zollte Gemeindeparlamentsvorsitzende Brunhilde Ruland (CDU) dem Geburtstagskind. Für sie sei es keinesfalls selbstverständlich, dass die Mitglieder der Einsatzabteilung ihre Freizeit in den Dienst der Allgemeinheit stellen und dabei sogar gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen.
Dank und Beförderungen
Bürgermeister Michael Schlepper (FDP) zeigte sich auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels über die Jugendfeuerwehr in Georgenborn begeistert. Im Internet präsentieren sich die zwölf Jugendlichen als die „Helden von morgen“, was dem Rathauschef sehr imponiert. Ortsvorsteherin Karin Reinemer (CDU) war es ein Anliegen, der Feuerwehr für ihren Einsatz Dank zu sagen. „Dass man es allzu oft vergisst, wirklich schwer verzeihlich ist“, reimte sie und hob einen Zettel hoch, auf dem das Wort Danke stand. „Weil wir so froh sind, euch zu haben, dies Dankeschön in Großbuchstaben.“ Gemeindebrandinspektor Jürgen Scholl bezog in seinen Dank auch die Verwandten, Freunde und Arbeitgeber der Feuerwehrleute ein. „Ohne ihr Verständnis gäbe es heute nichts zu feiern“, stellte er bei der Feier im Gerätehaus klar.
Wo sonst die Fahrzeuge stehen, saßen die Gäste an Biertischgarnituren. Die Einsatzabteilung würdigte Scholl als eine belastbare Gruppe, die immer sofort zu Stelle sei, wenn jemand in Not gerate. Team heiße bei der Feuerwehr nicht „Toll, ein anderer macht‘s“, sondern „Tolle engagierte Arbeit miteinander.“ Die Einsatzabteilung zählt nach Angaben von Wehrführer Alexander Barth aktuell 23 Mitglieder, darunter eine Frau. Vor Kurzem sei der Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr vom technischen Prüfdienst, einer Art Feuerwehr-TÜV, ausgemustert worden. Das Fahrzeug werde schmerzlich vermisst. Die Feuerwehr bittet daher um Spenden für einen neuen Wagen. Für ein Gebrauchtfahrzeug werden zwischen 20 000 und 30 000 Euro benötigt.
Seinen Dank richtete Barth an Sabrina Reiche für das Gestalten der Festschrift. Das 132 Seiten starke Heft informiert ausführlich über die Geschichte der Feuerwehr, zu deren Gründung viele Georgenborner bereits 1909 bereit waren. Zunächst gab es jedoch kein Geld für die Ausrüstung.
Spenden für Wagen benötigt
Neben der Chronik finden sich in der Festschrift auch viele Fotos. Am Wochenende gab es außerdem noch eine Fotoausstellung zu bewundern, bei der so mancher sich selbst, Verwandte, Freunde oder Bekannte entdeckte. Barth nutzte den Kommers am Samstag, um Stefanie Bredel zur Löschmeisterin und Tobias Müller zum Hauptlöschmeister zu befördern. Danach wurde in den gemütlichen Teil der Veranstaltung übergeleitet, den Rick Chayenne musikalisch begleitete. Für einen reibungslosen Ablauf des Jubiläums sorgten rund 60 Helfer. Dabei zeigten sie viel Liebe zum Detail. Auffällig war beispielsweise der Tischschmuck: Feuerwehrkerzen und Zierkürbisse auf ausrangierten Schläuchen.

