Tempo 30 für Wambach
27.08.2011 - WAMBACH
Von Thorsten Stötzer
VERKEHR Ausschuss und Ortsbeirat fordern zweiten „Blitzer“ / Schlepper optimistisch
In der Wambacher Ortsdurchfahrt könnte bald eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern gelten. Das gab Schlangenbads Bürgermeister Michael Schlepper (FDP) in einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Kommunalentwicklung sowie des Wambacher Ortsbeirats bekannt. Bislang gilt ein Limit von 40 Stundenkilometern.
Kein Nachtfahrverbot
Der neue Tempo-Grenzwert sei als Überlegung bei einem Ortstermin auf Verwaltungsebene aufgekommen. Die beim Kreis angesiedelte Untere Straßenverkehrsbehörde hatte dazu die Gemeinde und das Amt für Straßenverkehrswesen (ASV) eingeladen. „Ich bin optimistisch, dass die Prüfung zu dem Ergebnis kommt, dass Tempo 30 angeordnet werden kann“, erklärte Schlepper.
Ausschuss und Ortsbeirat begrüßen in einem Entschluss die sich anbahnende Regelung, die auch für die Bärstadter Straße gelten soll. Außerdem empfehlen sie der Gemeindevertretung, eine zweite Radaranlage für Wambach anzuschaffen. Dieser zweite „Blitzer“ solle dann am Ortsausgang Richung Rheingau/Wiesbaden installiert werden. Das Modell solle möglichst in zwei Richtungen gleichzeitig die Geschwindigkeit messen können.
Ausgangspunkt der Sitzung war das angestrebte Nachtfahrverbot für Lastwagen in Wambach, das die Fachbehörden mit der Begründung abgelehnt hatten, dass keine Alternativstrecke für den Schwerlastverkehr zur Verfügung stehe (der Kurier berichtete). Es entwickelte sich eine längere Diskussion darüber, inwiefern Lastwagenfahrer, die die Autobahnmaut umgehen wollen, die
Ortsdurchfahrt belasten.
Anja Schubert (Grüne) sprach von teils „exotischen Kennzeichen“. Nachts um 2 Uhr sei nicht der regionale Lieferverkehr unterwegs, erläuterte Karl Wintermeyer (CDU). Zur Frage nach der von den Behörden vermissten Alternativstrecke sagte Doris Topp (SPD), dass dies die Autobahn selbst sein müsse. Es gab zudem Zweifel an vorliegenden Zahlen; Ortsvorsteher Burghard Wessel regte eine eigene Zählung an.
Ortsvorsteher für Zählung
Neu in der Diskussion tauchte ein „Durchfahrtverbot für Nichtanlieger“ für Lkw anstelle des Nachtfahrverbots auf. Der Ausschussvorsitzende Joachim Friedrich (Grüne) setzte sich vehement dafür ein, weiterhin Tempo 30 sowie Fahrverbote zu verlangen. Die Gemeinde dürfe nicht als „Bittsteller“ auftreten. Marco Eyring (CDU) plädierte hingegen dafür, sich auf das Geschwindigkeitslimit und seine Überwachung zunächst zu konzentrieren.
Letztlich stand Friedrich mit seiner Maximal-Forderung alleine da. Stefan Petry (CDU) hielt es etwa für „taktisch unklug“, bei Ermessensentscheidungen sehr weitreichende Forderungen zu stellen. Das Tempo-30-Limit als erster Schritt war allgemein anerkannt als Mittel, die Sicherheit zu erhöhen und den Lärm zu mindern.
Ursprünglich hatten Vertreter der Unteren Straßenverkehrsbehörde, des ASV und des Regierungspräsidiums an der Sitzung teilnehmen sollen. Alle hatten jedoch abgesagt, weil sie dies für entbehrlich hielten. Ebenso blieb die Bürgerschaft fern: Kein einziger Zuhörer besuchte die Veranstaltung.

